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14.08.2012 Passau
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Die Lücke nach dem Ende einer Ära


MdL Konrad Kobler macht den Weg frei für den Generationswechsel. Doch wer soll in seine Fußstapfen treten?

 

Am Ende kam es für die kommunalen CSU-Mandatsträger und Ortsvorsitzenden doch ziemlich überraschend: MdL Konrad Kobler unterrichtete am Montag die Partei-Granden aus dem nördlichen und östlichen Landkreis, dass er 2013 nicht mehr für den Landtag kandidieren werde. Nicht nur eine Überraschung, bei manchen machte sich sogar sichtbare Enttäuschung über Koblers Schritt breit. Vielleicht deshalb, weil man sich nach 30 Jahren so sehr an die Koblersche Kontinuität, seinen fulminanten Arbeitsstil, seine bohrende Kämpfernatur und vor allem seinen erfolgreichen Einsatz für die Bürger und die Region gewohnt hat, dass man sich das bayerische Parlament ohne Kobler gar nicht mehr wirklich vorstellen kann.
 
Wie wahr: 30 Jahre im Landtag – Kobler gehört zu den dienstältesten Abgeordneten im Maximilianeum. Drei Jahrzehnte, das ist mal wirklich eine Ära. Kobler wird in die Annalen der Passauer CSU eingehen wie vor ihm Fritz Schäffer oder Hermann Wösner. Und er tritt auf einem Niveau ab, so dass jeder „Schade!” zum Rückzug sagt und nicht vielleicht später mal „na endlich!”. Kobler hat deshalb für sich persönlich die einzig richtige Entscheidung gefällt, dafür gebührt ihm volle Anerkennung.
 
Aber nicht nur für sich, sondern auch für die Passauer CSU. Kobler machte am Montag den Weg frei für einen Generationswechsel. Und der Tenor der anwesenden Partei-Größen ging ganz schnell unisono in diese Richtung: Wenn Generationswechsel, dann aber richtig. Die Landkreis-CSU wird also den Delegierten für den Stimmkreis Ost einen jungen Kandidaten präsentieren, der Konrad Koblers Erbe antreten und das Mandat im Landkreis halten soll. Zwei haben sich gleich nach Koblers Rückzugs-Rede in Stellung gebracht: Thyrnaus Vizebürgermeister und Kreisrat Hans Koller (41) und der Fürstensteiner Bürgermeister und Kreisrat Stephan Gawlik (44) – beide in einem Alter wie damals Konrad Kobler.
 
Nur einer der beiden wird am 6. Oktober bei der Nominierung ins Rennen gegen den ehemaligen Abgeordneten und Stadt-CSU-Kreisvorsitzenden Dr. Gerhard Waschler (55) geschickt. Ins Rennen „Land gegen Stadt”! Der Landkreis hat zwar die mehreren Delegierten, aber nur knapp. Das Rennen ist also völlig offen. Nur eines ist jetzt schon klar: Die Lücke, die Konrad Kobler hinterlässt, wird sein Nachfolger kaum füllen können. Das ist wie beim „Highlander” – es kann nur einen geben. Und Konrad Kobler ist nun mal einmalig.

Autor: Stefan Brandl

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