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08.05.2012 Passau
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Warten auf Kobler

Konrad Kobler, Franz Meyer, Dr. Gerhard Waschler (von links)
Foto: brandl
Ganz Passau fragt sich: Macht CSU-MdL 2013 weiter oder nicht?

 

Nein, natürlich war es nur ein Späßchen, das Jobangebot aus dem Burgenland an MdL Konrad Kobler, falls er nicht mehr in den Landtag wolle. Und natürlich war auch seine Antwort nur Spaß, dass er das Angebot gerne annehmen werde. Ebenso das Kompliment von Bürgermeister Stephan Gawlik an seinen politischen Ziehvater Kobler, dass er jedes Jahr jünger werde. Auf alle Fälle drehte sich beim Europaabend auf Schloss Fürstenstein viel um die Frage: Hört der Kobler jetzt 2013 eigentlich auf oder nicht?
 
Da gibt es viele, die noch nicht so recht an einen Rückzug Koblers aus dem Landtag glauben wollen. Zumal sich die Kür des Nachfolgers in der CSU im Stimmkreis Ost immer schwieriger zu gestalten scheint. Einer der möglichen Kandidaten, Klaus Weidinger, hat sich selbst aus dem Rennen geschossen durch sein ziemlich unglückliches Agieren in eigener Gerichtssache. Kandidat Raimund Kneidinger wird Vize-Landrat und scheint sich lieber auf das heimatliche Amt des ebenfalls frei werdenden Salzweger Bürgermeisters zu konzentrieren. Kandidat Stephan Gawlik erweckt den Eindruck, als müsse man ihn beim Thema Landtag wie den berühmten Hund zur Jagd tragen. Nur der letzte aus der Reihe der sogenannten Jungen, Hans Koller, lacht wie ein Holzfuchs und steht für alles, was da kommen mag, auf Abruf bereit. Was anfangs wie ein Kandidaten-Füllhorn aussah, trocknete im Laufe der Monate ziemlich aus.
 
Und das lässt die Aktien von Dr. Gerhard Waschler als Kobler-Nachfolger plötzlich stetig steigen. Was wiederum MdL Walter Taubeneder aus dem Stimmkreis West in den Ohren klingeln dürfte, muss er doch bei einem „Konkurrenten” Waschler um seine Bildungs-Pfründe im Landtag fürchten.
 
Vornehm raus aus der Diskussion hält sich einmal mehr der Kreisvorsitzende Landrat Franz Meyer. Was natürlich den Spekulationen Vorschub leistet, ob dem Landrat nicht ein weichgespülter Abgeordneter lieber wäre, als ein hartnäckiger Typus a la Kobler, der ihm auch mal in die Eisen steigt. Alles, so der Kreisvorsitzende, hänge davon ab, wie sich MdL Kobler entscheide.
 
Und Kobler selber? Der ist unverwüstlich wie eh und je. Keine Spur von altersbedingter Amtsmüdigkeit. Im Gegenteil: Sein schon sprichwörtliches Engagement ist ungebrochen. Aber zur persönlichen Zukunft sagt er nicht wirklich Konkretes. Drängen tut ihn ja kein Mensch – aber langsam drängt die Zeit.

Autor: Stefan Brandl

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