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16.10.2012 Passau
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Gedenke des Lebens!


Gedanken zum Tod uns nahestehender Menschen

Wir sind uns zuletzt beim Klassentreffen begegnet, im Vorbeigehen: Ich war später gekommen, du früher gegangen. Wir hatten uns begrüßt, miteinander gelacht, verabschiedet bis zum nächsten Wiedersehen. Denn wir sind ja nicht weit auseinander. Wir sehen uns ja oft, zufällig ...


Eigentlich sind wir uns in den letzten 25 Jahren immer wieder zufällig begegnet. Und bei Klassentreffen. Und immer haben wir uns auf ein nächstes Mal verabschiedet.
Ein Wiedersehen wird es nicht mehr geben. Du bist gestorben, mitten im Leben stehend. Völlig überraschend, von einem Tag auf den anderen warst du weg. Und das Bewusstsein der Endgültigkeit dieser Tatsache, dass es kein nächstes Mal gibt, an dem wir uns zufällig treffen werden, schockiert, tut weh.


Fassungslos denkt man an die Familie, Frau und Kinder, fühlt die Trauer mit, spürt den Schmerz über den Verlust.


Warum haben wir nicht Zeit Zeit sein lassen, uns einfach zusammengesetzt? Warum nicht einfach mal kurz unsere Verpflichtungen vergessen? Warum …?
Eine Schulfreundin hat es so beschrieben: Wieder wird einem schmerzhaft deutlich, dass man bewusster mit Menschen, die man schätzt, umgehen sollte, wenn man sich beiläufig trifft.

Denn es könnte das letzte Mal sein!
Sie hat vollkommen Recht!

 


Ein großer Teil des Schocks ist die Erkenntnis: Es könnte auch mich genauso treffen, unerwartet. Morgen. Übermorgen.


Aber soll man sich das immer vor Augen halten? Memento mori – täglich der eigenen Sterblichkeit gedenken?


Wir sollten uns alle die Zeit nehmen, inne zu halten und wieder öfter über die wahren Dinge nachzudenken und die Menschen, die man gern hat.

Des Lebens gedenken. Und warum wir es so gerne leben.
Diejenigen, die gegangen sind, sind nicht für immer gegangen.

Wenn wir sie in Erinnerung behalten. Und im Herzen!
Servus, Michael!

Autor: Fritz Greiler