31.01.2012 Fürstenstein
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Wenn zwei sich streiten…

Ende gut, alles gut: die Kindergartenkinder freuen sich
Foto: Bauer
…freuen sich drei Kindergärten: Wie nobel der Fürstensteiner Baumkrieg beigelegt wurde, daran könnten sich andere durchaus ein Beispiel nehmen.

 

Es stimmt schon, es sind meist die kleinen Dinge im Leben, die einem große Freude bereiten. Das durften wir in der PaWo-Redaktion diese Woche einmal mehr erfahren. Jahrelang stritten sich Fürstensteins Bürgermeister und ein Unternehmer bis aufs Messer um eine gefällte Eiche – und kaum haben wir vergangene Woche darüber berichtet, wurde dieser Streit binnen zweier Tage friedlich beigelegt. Und nicht nur das: Jetzt gibt es bei diesem Zoff der zwei Streithansln gleich drei lachende Dritte – die Fürstensteiner Kindergärten: Der Unternehmer zahlt sein „Holzgeld” an die Kinder – und der Bürgermeister legte gleich noch jeweils einen Hunderter drauf! Das ganze wird, wie es unter g’standenen Männern guter Brauch ist, per Handschlag besiegelt. Schöner kann ein „Ende gut, alles gut” gar nicht sein. Und an diesem Ausgang nicht ganz unbeteiligt gewesen zu sein, freut uns deshalb umso mehr.
 
Was aber noch schöner wäre: Wenn dieses Beispiel Schule machen würde. Es muss nicht immer nach der sturen Holzhammermethode verfahren werden, es müssen nicht wegen jedem Pipifax die Anwälte sprechen und die Gerichte bemüht werden. Das Ende im Fürstensteiner Baumkrieg zeigt nämlich, dass man durchaus eine noch so verfahren scheinende Situation wenden kann, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren. Man muss nur ein klein wenig Größe zeigen und einen Schritt zurückweichen können. Diese Größe haben der Unternehmer und der Fürstensteiner Bürgermeister bewiesen. Hut ab dafür!
 
Dieser verbitterten Streitigkeiten um Nichtigkeiten gibt es viele: Nachbar gegen Nachbar, Geschäftsmann gegen Geschäftsmann, Bürger gegen Gemeinde, Gemeinde gegen Bürger, Gemeinderat gegen Gemeinderat. Das Beispiel Tittling zeigt, dass sich sogar ganze Dörfer untereinander zanken können. Und mittlerweile kann man sich vor Gericht sogar schon um fröhliche Dinge wie die Faschingsgaudi Weiberroas streiten. Eigentlich unfassbar!
 
Dem einzelnen Streithansl mag sein Begehr dabei durchaus als eine große Sache erscheinen – meist schrumpft diese aber immer kleiner, je genauer und unvoreingenommener man sie betrachtet. Und wenn man eben diesen Schritt zurücktritt und so einen anderen Blickwinkel auf die Streitsache gewinnt, dann stellt sich vielleicht schnell die Frage „Warum streiten wir uns eigentlich?” Das funktioniert wirklich, man muss es nur wollen…

Autor: Stefan Brandl
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