Die Wochenblatt App
09.10.2012 Passau
Artikel versenden Artikel drucken Leserbrief schreiben

Die Monster auf unseren Straßen


Landwirtschaftliche Schlachtschiffe behindern den Verkehr – und machen Angst!

Sie kommen gewaltig – und sie werden immer mehr: die Monster auf unseren Straßen. Landwirtschaftliche Schlachtschiffe mit gigantischen Vor- und Aufbauten wie Reißzähne, die bedrohlich auf einen im Gegenverkehr zukommen, so dass einem Angst und Bang wird: Rammt er mich jetzt oder kommt er knapp vorbei?

 

Gefährte, als wären sie dem „Terminator” entsprungen, die mehr als eine komplette Straßenspur benötigen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Die natürlich auf Bundesstraßen fahren müssen, weil die für sündteueres Geld geteerten Feldwege und Dorfverbindungsstraßen bei weitem nicht mehr ausreichen, um diesen Ungetümen Platz zu bieten. Weil die immer mächtiger werdenden, rollenden „Agrar-Transformers” den Straßenausbau längst überholt haben. Und gerade zu Herbstbeginn sind sie Legion zwischen Bayerwald und Rottal – zum Leidwesen aller anderen Verkehrsteilnehmer.

 


Es gab Zeiten, da konnte man einen Traktor samt Ladewagen schnell mal rechts liegen lassen. Diese Zeiten sind vorbei. Die PS-starken Monster-Bulldogs ziehen selber mal mit 70 Sachen über die Straßen – überholen bei Überbreite aussichtslos! Im Gegenteil: Nur um Haaresbreite rauschen diese dicken Dinger im Gegenverkehr an einem vorbei, so dass oft nur der eigene Reifen am Bankett vor einem Zusammenstoß bewahrt. Oder lieber gleich zwischen den Begrenzungspfosten stehen bleiben, will man nicht von diesen Bauern-Panzern aufgespießt werden.

 


Wie muss einem 15-jährigen Rollerfahrer zu Mute sein, der mit 25 km/h entlangzuckelt und von so einem Koloss, allein dessen Reifen gefühlt höher sind als ein Lkw, zwischen Graben und dröhnendes Blech und Gummi gezwängt wird? Sicher nicht angenehm und gleich gar nicht ungefährlich!

 

Wenn man dann sieht, dass so manches Milchgesicht am Lenkrad eines solchen Monstrums gar nicht mal recht viel älter erscheint, tatsächlich solche Maschinen von teilweise Minderjährigen oder ganz jungen Heranwachsenden gekurvt werden, die so ein schweres Gerät kaum annähernd im Griff haben, geschweige denn die davon ausgehende Macht beherrschen können, dann wird einem richtig mulmig.

 


Ich frage mich: Brauchen diese Gefährte eigentlich kein Rundum-Warnlicht? Oder gelten manche davon nicht sogar als Schwertransport und bedürfen so entsprechender Anmeldung und Begleitung? Oder darf hier eine allseits bekannte Lobby wieder einmal alles?

Autor: Stefan Brandl