Puckjägerinnen
Platz 4 bei der Eishockey-WM für zwei Waldkraiburgerinnen

Bei der diesjährigen U18-WM der Frauen im Eishockey in Tschechien waren auch die Waldkraiburgerinnen Theresa Wagner und Kerstin Spielberger dabei. Beide gehören trotz ihres jungen Alters von 16 Jahren zum festen Kader von National-Trainerin Maritta Becker. Nach dem letztjährigen sechsten Platz stand heuer als oberstes Ziel der Klassenerhalt im Vordergrund.
Bereits im Sommer standen verschiedene Trainingslager an. Zunächst kamen die deutschen Juniorinnen beim Vier-Länder-Turnier in Österreich sowie bei einem Turnier in Russland nur schwer in Fahrt (jeweils 2 Niederlagen/1 Sieg). Doch beim letzten Vorbereitungsturnier Mitte Dezember in Füssen wendete sich das Blatt. Gegen die Slowakei, Tschechien und Österreich konnte nach drei Siegen erstmals in dieser Saison ein Turniersieg gefeiert werden. Dann wurden die Koffer gepackt. Während sich andere auf Silvester freuten, machten sich unsere Mädels auf zu ihrer WM. Für Stürmerin Kerstin sollte dies ein erster echter Höhepunkt ihrer Karriere werden. Doch auch Theresa erledigte ihre Aufgabe als Verteidigerin äußerst souverän. Die Vorrunde mit Finnland, Kanada und der Schweiz überstand das deutsche Team als Gruppenzweiter. Besonders im Spiel gegen die Eidgenossinnen konnte Kerstin Spielberger glänzen: Sie steuerte zum verdienten 6:1-Erfolg vier Treffer bei.
Es folgte die Partie gegen die Gastgeberinnen aus Tschechien. Dass dies ein ganz enges Spiel werden würde, war allen klar. Zur Matchwinnerin avancierte wieder Kerstin Spielberger. Beim 2:1-Sieg erzielte die Waldkraiburgerin beide Treffer für Deutschland. Im Halbfinale traten die Mädchen nun gegen die hoch favorisierten US-Girls an. Standesgemäß siegten die Amerikanerinnen mit 7:1 – für den einzigen deutschen Treffer sorgte erneut Kerstin Spielberger.
Trotz dieser bitteren Niederlage konnte noch immer der dritte Platz erreicht werden. Mit Schweden stand ein gleichwertiger Gegner auf dem Eis. Engagiert gingen die deutschen Spielerinnen an diese Aufgabe heran. Und bereits in der fünften Minute konnte erneut Kerstin Spielberger zur vielumjubelten Führung einschießen. Doch das deutsche Team hatte sich zu sehr verausgabt und konnte gegen die stärker werdenden Schwedinnen nichts mehr zulegen, so dass am Ende eine 1:4-Niederlage zu Buche stand.
Das deutsche Team war dennoch mehr als zufrieden mit dem diesjährigen Abschneiden als Vierter bei der Weltmeisterschaft. Und auch die beiden Waldkraiburger Mädels sind happy. Kerstin Spielberger erzielte bei dem Turnier insgesamt acht von zehn deutschen Toren und belegte damit Platz zwei in der Torschützenliste der Weltmeisterschaft. Theresa schaffte es als Verteidigerin in der plus/minus-Statistik zu einer neutralen Null, dem erstrebenswerten Ziel von so manchem Verteidiger. Die einzige neben ihr mit einer entsprechend ausgeglichenen Statistik war Kerstin Spielberger.
Auch das ganz persönliche Fazit der beiden fiel durchweg positiv aus. „Es war halt ursprünglich der Klassenerhalt das Ziel. Dass es dann zum vierten Platz gereicht hat, ist einfach nur super”, meinte Theresa. „Ich wurde im Anschluss vom A-Kader-Trainer zum Vorbereitungsturnier nach Schweden eingeladen”, freut sich Kerstin auf die Möglichkeit, vielleicht bei der Frauen-WM im April in den USA dabei sein zu können. Auch Olympia 2014 dürfte nun für unsere beiden Eislöwinnen nicht mehr so weit weg sein, wie es letztes Jahr schien.
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