Dildopartys in heimischen Wohnzimmern
Vergesst Tupperparty und Co., Dildos sind jetzt der Renner!

Aufgeregt sitzen die zwölf Damen im Wohnzimmer der Gastgeberin. Männer sind heute nicht zugelassen, denn „Männer sind manchmal ganz schöne Partybremsen und können eine Party ganz schön verderben”, so Petra Kreuz-Boywitt aus Simbach. „Denn manche denken in Zentimeter, aber Gott sei Dank sind das nur Einzelfälle.” Für Männer macht sie gerne extra Partys, damit die darüber Bescheid wissen „Was Frauen so wollen”. Es ist schon erstaunlich, wie Männer erfinderisch werden, um in so eine Frauenrunde eindringen zu können. Sie bieten ihre Dienste als Batteriewechsler, Kofferträger oder Chauffeur an, um auch nur ein paar Blicke auf die Vibratoren werfen zu können.
Auf dem Tisch stehen Knabbergebäck und Süßes – soweit unterscheidet sich die Dildoparty in nichts von anderen Homepartys. Doch an Petra ist schon irgendwie alles anders. Leicht verrucht steht sie vor den Gästen mit dickem Gucci-Gürtel und viel Schmuck um Hals und Handgelenken. Was irgendwie gar nicht dazu passt, sind die rosa Plüsch-Hausschuhe, an denen vorne das beste Stück des Mannes – natürlich auch in Plüsch – den Schuh ziert. Aber sie sind die absoluten Hingucker und brechen schon mal das Eis.
19 Jahre lang betrieb Petra eine Erotik- und Lifestyle-Boutique und seit drei Jahre macht sie bereits Dildopartys oder wie sie sagt „Why not Partys”. Als sie ihre Handtaschen auf einen kleinen Tisch vor den Gästen aufbaut, hört man schon das eine oder andere nervöse Gekicher. Und Petra legt auch gleich los. „Ihr dürft alles probieren, fühlen, tasten, riechen – nur nicht einführen.” Der Satz nimmt die Berührungsängste und die Mädls werden lockerer.
Da gibt es die Profis, die schon an mehreren Partys teilgenommen haben, aber auch welche, die heute zum ersten Mal auf einer „Spielzeug-Party” sind. Die Gastgeberin bringt noch ein Tablett, auf dem Gläser mit Prosecco stehen zur Auflockerung und dann wird auch schon losgelegt. Das Auspacken der guten Stücke ist schon fast eine Zeremonie. Jeder hat seinen Namen wie „Expiriens”, „Big Boss” oder der Rolls-Royce unter den Dildos, der „Lelo”, der absolut gefühlsecht ist. Renner auf ihren Partys sind der vibrierende Slip sowie das ferngesteuerte Liebesei (Männer wollen die Fernbedienung).
Vibrierender Slip ist der Renner auf den Partys
Ein Tipp von Petra: „Gebt ihm seinen eigenen Namen, baut eine Beziehung zu ihm auf, schließlich nimmst du auch keinen Fremden mit ins Bett.” In Höchstzeiten hat Petra schon mal 400 bis 500 Teile an Dildo und Co. im Sortiment. In allen Farben und Größen gibt es sie. Manche mit Strass, Bunny und Co., wasserdicht und hauptsächlich aus medizinischem Silikon, weil Petra Wert auf Qualität legt. Der nächste sieht aus wie eine Zahnbürste oder hat die Form eines Flippers. Mit Nieten besetzt oder rotierend, mit Intervall oder auf sieben Stufen einstellbar. Jeder wird erklärt und geht dann in die Runde durch die Damenhände. Hier wird getestet, befühlt und der ein oder andere wird auch mal an die Nase gehalten.
„Traut euch nur”, fordert Petra die Gäste auf. „Es ist nichts Schlimmes – Sex ist die natürlichste Sache der Welt.” Immer wieder fördert sie aus den verschiedenen Taschen das Spielzeug für Erwachsene zutage, denn jede(r) hat eine andere Vorstellung davon – so soll es beispielsweise auch Paare wieder zusammenbringen oder einfach die Partnerschaft neu beleben. In ihrem umfangreichen Sortiment sind auch Cock-Ringe für das beste Stück des Mannes mit Elefanten- oder Teufelskopf sowie Partnerschaftsspiele, um beim Würfeln die geheimsten Wünsche in Erfahrung zu bringen. Gerne ausprobiert werden auch Parfüme mit Pheromonen, die Männer oder Frauen anlocken sollen sowie Massageöle oder Gleitgele mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, die aus natürlichen Zutaten bestehen und die man sich gegebenfalls auch als Marmeladenersatz aufs Frühstücksbrot schmieren kann.
Gleitgele, die sich fürs Frühstücksbrot eignen
Auf die Frage nach einem schönen Erlebnis bei ihren Events lacht Petra und sagt: „Jede Party ist anders und jede ist schön. Natürlich sind manchmal Quertreiber da, aber die werden schnell eines Besseren belehrt.” Sie findet es schön, wenn am Schluss des Abends alle Mädls ganz entspannt dasitzen und sagen „was es nicht alles gibt …” und „war gar nicht schlimm”, und gerne wieder kommen, weil sie gar nicht alles aufnehmen konnten.
Super findet Petra auch, welche Kreise die Partys nach sich ziehen. Heute hat sie eine in Vilsbiburg, Landshut, Straubing und Regensburg morgen ist sie in Österreich – egal ob in Braunau um die Ecke oder in Salzburg, Linz oder in Saalfelden. Die Mädels mögen sie und Mundpropaganda ist die beste Werbung für sie.
Um die Privatsphäre zu wahren, geht es am Schluss zum Bestellen für jede Einzelne in einen anderen Raum. Jede(r) kann sich hier persönlich noch einmal beraten lassen, um so für sich den passenden und geeigneten Dildo zu finden. Zum Abschied gibt Petra noch den Tipp: „Erotik beginnt im Hirn und nicht in der Hose. Wer über schlechten Sex jammert ist selbst schuld, schließlich ist man ja mit dabei und kann was ändern. Denkt an meinen Spruch mit dem Navi …”
Was von der Party bleibt, ist eine mit Düften nach Parfüm, Pheromonen und exotischen Obst geschwängerte Luft und natürlich die Vorfreude, bis endlich die Bestellung bei der Gastgeberin eintrifft.
Übrigens, wer gerne selber eine Party veranstalten möchte, die an Vergnügen und Spaß nicht zu übertreffen ist – auch bestens geeignet für Junggesellenabschiede – kann sich gerne bei Petra Kreuz-Boywitt unter Telefon 0152/53592677 (wird auch zurückgerufen) melden oder unter www.pepup-love-life-style.vpweb.de buchen.
25.01.2012 08:52
| von:
thetruth
Cool!
Echt cool was die Frau macht. Mein Lob an das Wochenblatt, dass es sich an solche Themen wie Mühldorfer Calboy und Dildos heranwagt.
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