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27.09.2011 Mühldorf
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Als Kater hat man es auch nicht leicht

Kater Maxi
Foto: uhu


Mein Kater Maxi und ich  sind ein Herz und eine Seele. So tat es mir unheimlich leid, dass er von einer nächtlichen Auseinandersetzung ziemlich ramponiert zurückkehrte. Doch lesen Sie selbst, wie Maxi die Geschichte erzählt:

 

Natürlich lebe ich beinahe wie im Paradies. Mein Frauchen macht alles für mich. Sie verwöhnt mich mit den leckersten Menüs, mit super Katzenmlich sowie mit tausend Streicheleinheiten. Unter uns gesagt: Manchmal wird mir das Geschmuse zuviel, was ich dann warnend mit meiner Pfote andeute. Aber wie eben erwähnt, bei mir daheim ist wirklich alles in Butter.

 

Auf der Wohnzimmercouch eroberte  ich mir schon lange des besten Platz. Da werde ich nicht verjagt, das käme meinem Frauchen gar nicht in den Sinn. Draußen im echten Katzenleben schaut die Sache allerdings völlig anders aus. Da heißt es sich durchkämpfen. Jeden Tag und jede Nacht. Als kastrierter Kater rangiert man in der Hierarchie leider nicht an oberster Stelle. Das stinkt mir. Ändern kann ich es aber nicht. Die nicht kastrierten Kater riechen das anscheinend, denn immer wieder muss ich mich einem Kampf stellen.

 

Kürzlich endete bei mir eine Auseinandersetzung mit einer nicht unerheblichen Verletzung. Frauchen zeigte sich gleich besorgt, denn ich konnte mein rechtes Auge nicht mehr öffnen. Es war zugeschwollen. Ich brauchte Rückzug und legte mich für´s Erste in den Wäschekorb im Bad. Abwarten lautete meine Devise. Doch da habe ich die Rechnung ohne mein Frauchen gemacht. Sie schleppte mich zum Tierarzt.

 

Diesen Herrn kenne ich zur Genüge,  denn nicht nur einmal jagte er mir eine Spritze ins Fell, wenn wieder mal die jährliche Impfung anstand. Was er sonst noch mit mir veranstaltete, verschweige ich aus gutem Grund. Jetzt aber betrachtete der Arzt meine Verletzung und stellte einen Abszess fest. Gut, dass mich Tapferkeit und Würde auszeichnen, so zuckte ich nicht mal mit der Wimper, als mir Herr XY den Abszess aufstach. Schön ist was anderes, das kann sich jeder denken.

 

Als krönender Abschluss des Arztbesuches wurde ich noch mit einer Dosis Antibiotika behandelt. Zwei Tage dieselbe Zeremonie. Es gab wieder eine Spritze. Die Behandlung zeigte sich erfolgreich. Abszess und Schwellung sind weg. Auf meinem rechten Auge sehe ich wieder wie ein Adler. Weil ich soviel aushalten musste, versprach mir mein Frauchen ein besonderes Leckerli. Was das ist, behalte ich aber für mich, denn ein gstandener Kater plaudert nicht alles aus.

Autor: Ursula Huckemeyer
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