13.02.2017

Männergesundheitstag im Klinikum Landshut war ein voller Erfolg

Von wegen Vorsorge-Muffel

Männergseundheitstag
Foto: Klinikum Landshut
Rund 600 Besucher kamen am Samstag zum großen Männergesundheitstag – und stellten damit unter Beweis, dass nicht alle Männer Vorsorge-Muffel sind. Das Klinikum Landshut hatte den Aktionstag zusammen mit der Prostata-Selbsthilfegruppe organisiert.

Der Männergesundheitstag startete am Samstag mit einem spanischen Sprichwort: „Der Mann, der zu beschäftigt ist, sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat, seine Werkzeuge zu pflegen.“ So begrüßte Oberbürgermeister Alexander Putz die Besucher in der Glasdachhalle des Klinikums.

 

Nicht nur sechs Experten-Vorträge lockten die überwiegend männlichen Besucher an. Auch an insgesamt 13 Aktionsständen konnte man sich informieren, außerdem gab es ein Wochenende mit dem Porsche 911 zu gewinnen. Muskeln machen rund 45 Prozent des Körpergewichts aus. Im Alter wird die Muskelmasse immer weniger – ist dieser Abbau übermäßig, spricht man von Sarkopenie. „Akute Krankheiten, Mangelernährung und auch das normale Altern führen zu diesem altersbedingten Muskelabbau“, erklärt Prof. Dr. Josef G. Heckmann, Chefarzt der Neurologischen Klinik, in seinem Vortrag. Mit Gleichgewichtsübungen, Krafttraining und Ausdauersport wie Rad fahren oder laufen könne man dem aber entgegen wirken.

 

Der Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung des Mannes. „Unser Ziel ist es, diesen Krebs in einem heilbarem Stadium zu erkennen“, berichtete Dr. Markus Straub, Chefarzt der Urologie am Klinikum Landshut, in seinem Vortrag. Deshalb sei eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr besonders wichtig. „Bei der der Behandlung steht der Patient und dessen Lebensqualität dann im Mittelpunkt.“

 

Wenn den Männern die Luft zu Atmen fehlt: Darüber informierte am Samstag Dr. Reinhard Zimmermann, Leiter des Lungenzentrums am Klinikum. Er widmete sich einerseits der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD. „Zigarettenrauchen ist mit 90 Prozent der Hauptrisikofaktor für COPD“, so Dr. Zimmermann. Andererseits informierte er auch über die Schlaf-Apnoe, die sich unter anderem durch lautes und unregelmäßiges Schnarchen sowie nächtliche Atempausen bemerkbar macht. „Männer sind hier häufiger als Frauen betroffen“, erläuterte der Referent. Wie fit ihre Lunge ist, konnten die Besucher außerdem beim Lungenfunktionstest testen.

 

Übergewicht, Bluthochdruck und Zucker ergeben zusammen eine tickende Zeitbombe. „Jeder Dritte ist betroffen“, berichtete beim Männergesundheitstag Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Landshut. Häufig liegt ein Ungleichgewicht von Kalorienzufuhr und -verbrauch vor. Was hilft? Prof. Dollinger riet unter anderem dazu, sich dreimal 30 Minuten pro Woche sportlich zu betätigen.

 

Gibt es auch beim Mann Wechseljahre? Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Harald Schneider, Endokrinologe am Zentrum für Endokrinologie und Stoffwechsel in Landshut. Seine Antwort: Nein, von Wechseljahren kann man beim Mann nicht sprechen. „Die meisten Männer haben bis ins hohe Lebensalter normale Testosteronspiegel und erhaltene Fruchtbarkeit.“ Ein Testosteronmangel komme jedoch bei jedem fünften Mann vor.

 

Warum Reha-Maßnahmen nach einer Krebserkrankung so wichtig sind, erläuterte im letzten Vortrag Dr. Sabine Rosenlechner, Chefärztin an der Klinik Prof. Schedel in Kellberg. Mit Rehabilitations-Maßnahmen soll das körperliche, seelische und soziale Befinden des Patienten verbessert werden. „Eine Reha erhöht die Lebensqualität – Reha lohnt sich“, fasste die Referentin zusammen.


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