DIE LETZTE MELDUNG aus dem Kernkraftwerk Isar 1
Sogar beim Runterfahren gab's eine Panne!

Doch am Dienstagabend wurde etwas bekannt, was im Grunde beinahe unglaublich anmutet: Sogar beim Herunterfahren von Isar 1 kam es zu einer Panne! Betreiber Eon hat dies in einer Pressenotiz eingeräumt, wie üblich in höchst gewundener Sprache. Die Überschrift der Mitteilung lautet ” Kernkraftwerk Isar 1: Reaktorschellabschaltung in der Nachbetriebsphase”, hier der Wortlaut:
„E.ON Kernkraft hat das Kernkraftwerk Isar1 am 17. März 2011 um 16.00 Uhr vom Netz genommen. Damit folgte das Unternehmen der Verständigung zwischen der Bundesregierung und den Ländern, vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan sieben ältere Kernkraftwerke, darunter das Kernkraftwerk Isar 1, vorübergehend abzuschalten. Nachdem der Reaktor durch Einfahren der Steuerelemente bereits sicher vom Netz getrennt war, kam es in der Nachbetriebsphase am Abend des 17. März 2011 zur zusätzlichen Auslösung einer Reaktorschnellabschaltung. Ursache war eine Absenkung des Füllstandes im Reaktordruckbehälter.
Die Anlage reagierte auslegungsgemäß. Zur Fehlerbehebung wurde der Füllstand auf Normalmaß angehoben. Das Vorkommnis liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken ('Stufe 0'). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Meldekategorie „N“ („Normalmeldung“) fristgerecht angezeigt.
Zum Hintergrund: Die Einstufung des Ereignisses zeigt, dass es sich um ein Vorkommnis mit keiner sicherheitstechnischen Bedeutung handelt. Meldepflichtige Ereignisse in kerntechnischen Anlagen werden weltweit nach einer siebenstufigen
Skala - der so genannten INES-Skala - gemeldet. In Deutschland melden die Betreiber kerntechnischer Anlagen darüber hinaus Ereignisse auf einer Stufe „0“ unterhalb der sieben Stufen – also Ereignisse von sehr geringer oder ohne sicherheitstechnische Bedeutung.
Dieses Meldeverhalten soll insbesondere im Sinne eines Erfahrungssaustauschs transparent und offen über die Sicherheit der Anlagen informieren und ist damit Ausdruck der ausgeprägten Sicherheitskultur.”
- Mehr zum Thema "Kernkraft":
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27.03.2011 07:02
| von:
unbekannt
Objektivität von den AKW-Betreibern?
Wer soll in so einer Lage, in der selbst die Betreiber nicht wissen, was im AKW Fukushima genau passiert, Objektivität liefern? Die Betreiber etwa?
Und wer glaubt, dass die deutschen AKWs alle so zuverlässig arbeiten würden, glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann! Die "Welt" hat erst neulich berichtet, dass im AKW Grafenrheinfeld ein Riss am den Rohren des Nuklear-Kühlkreislaufs nicht gemeldet und repariert wurde. So ein Riss ist ja auch nicht weiter wichtig. Kein Einzelfall! Wenn man die wirklich kritischen Schäden verschweigt, klingt auch alles ganz sicher - bis es dann mal richtig rummst. Das Ganze hier als ganz normale physikalische Vorgänge abzutun ist ein blanker Hohn gegenüber den Überlebenden des Bebens, die gerade keine Ahnung haben, was sie noch essen und trinken können oder ob sie demnächst an Krebs frühzeitig sterben. Aber glaubt ruhig weiter die Märchen vom billigen sicheren Atomstrom. Und den Müll schmeißen wir einfach in die Asse! Die Titanic war übrigens auch unsinkbar! Antworten
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27.03.2011 11:23
| von:
multifux
Mal in RUHE drüber nachdenken
@Strahlenkanone:
Hier andauernd mit Dingen kommen, die Vergangenheit sind und nicht mehr zu ändern (wie eben Tschernobyl) hilft ja keinem weiter. Es gilt jetzt, wie immer, zu sehen, ob der Vorfall in Japan auf deutsche KKW übertragbar ist. Wenn es tatsächlich so sein sollte, dann muß nachgebessert werden. Und das wird auch passieren. Blanker Hohn ist, wenn 1000 "Menschen" in Niederaichbach jubeln, just zu dem Zeitpunkt, als in Japan viele tausend Menschen unter Trümmern begragen gerade ihr Leben verlieren. DAS IST HOHN! Und der "Riss" in Grafenrheinfeld ist keiner. Und ja, es ist Physik. Nur im Gegensatz zu Russland spielt hier keiner mit einem Kernkraftwerk. Und eine Antworten
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25.03.2011 10:26
| von:
alufenster
Künstlich aufgebauscht
Natürlich lassen sich in diesen Tagen trefflich Schlagzeilen mit dem Thema Kernenergie machen. Da ist jedes Ereignis - und mag es auch noch so unbedeutend sein - willkommen.
Wie multifux schon richtig schreibt, war es ein ganz normaler physikalischer Vorgang, der keine sicherheitstechnische Relevanz hat. Deshalb ist er auch unterhalb der internationalen Skala von Vorkommnissen eingestuft. Diese Einstufung hat sich ja auch nicht irgendwer einfallen lassen und ein bisschen Vertrauen in die fachliche Kompetenz sollte dann doch vorhanden sein. Doch momentan ist den Leuten mit vernünftigen Argumenten wohl nicht beizukommen. Das Thema ist emotional zu aufgeladen, da sorgen schon die entsprechenden Ideologievertreter dafür. Aber wehe, es kommt kein Strom mehr aus der Steckdose und wehe, es wird teurer, dann sind auch wieder die bösen Stromkonzerne schuld, die ja nur ans Geld verdienen denken. Ja und neue Stromleitungen und Speichermedien sind natürlich auch nichts - immer schön dagegen. Antworten
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