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14.06.2012 Landshut

Restaurierung für 1,5 Millionen Euro – Blick hinter das Gerüst

So marode ist das Hauptportal von St. Martin


Für die Förderer ist es wohl ein Schock: Zur Landshuter Hochzeit wird am Hauptportal von St. Martin, dem mittelalterlichen Schmuckstück der Stadt, ein Gerüst stehen.

 

Denn die Sanierungsarbeiten am westlichen Eingangsbereich der Martinskirche haben sich als so umfangreich herausgestellt, dass sie voraussichtlich eineinhalb Jahre dauern werden. Das wurde jetzt auf eine Pressekonferenz mit Vertretern des Erzbischöflichen Ordinariats, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Stadt und der Pfarrei bekannt gegeben. 1,5 Millionen Euro werden die Arbeiten voraussichtlich kosten.
 
 
Immerhin gibt’s für die Förderer einen kleinen Trost. Wie Hauptabteilungsleiter Norbert Jocher vom Ordinariat bekannt gab, werde man den Großteil des Gerüstes während der Zeit der Landshuter Hochzeit abbauen. Ein kleiner Teil müsse aber aus Sicherheitsgründen stehen bleiben. Tatsächlich ist der Zustand des Portals, das bereits in den 70er Jahren schon einmal saniert wurde so schlecht, dass Gefahr durch herabfallende Gesteinsbrocken droht.
 
Wasser, Flechten, Vogelkot, Wind und Wetter haben dem Gestein arg zugesetzt. Dazu kommt, dass Ausbesserungsarbeiten in der Vergangenheit aus heutiger Sicht wenig sachgerecht erfolgten. So fanden die Restauratoren am Portal verschiedenen Gesteinsarten mit unterschiedlichen Eigenschaften vor. Wasser saugender Sandstein wurde zum Beispiel mit Kalkstein kombiniert.
In den 70er Jahren wurde gar eine Betonmasse verwendet. Diese Betonteile drohen nun abzuplatzen, weil der Untergrund regelrecht zerbröselt sei, wie Restauratorin Sybille Herkner aus München erklärte.
 
Restauriert werden müssen auch die figürlichen Darstellungen. Das Gesicht der Heiligen Veronika mit dem Schweißtuch Jesu im Giebelfeld zum Beispiel ist arg in Mitleidenschaft gezogen genauso wie etliche Zierelemente.
 
Auch soll möglichst genau ermittelt werden, mit welchen Farben das Portal früher verziert war. Diese Farben sollen wieder angebracht werden. Im letzten Jahr hatte man die massiven Schäden am Portal der Martinskirche festgestellt, als es gereinigt werden sollte. Dabei stellte sich schnell raus, dass eine umfangreiche Sanierung fällig ist. Aus Sicherheitsgründen ist das Portal, das im Mittelalter so etwas wie den Eingang in das symbolische Himmelreich darstellte, deshalb seit einigen Monaten eingerüstet – und wird es auch die nächsten Monate bleiben.
Autor: Alexander Schmid

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