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16.08.2012 Landshut

Die Schwarzarbeit in der Prostitution in Landshut blüht

"Hobbyhuren" machen das Geschäft kaputt!

Die Schwarzarbeit im Landshuter Rotlicht-Milieu blüht.
Foto: Tobias Grießer
Im Dienstleistungssektor kämpft man traitionell um Kundschaft. Das gilt umso mehr für’s „horizontale Gewerbe“ in Landshut.

Die, laut Aussage der Polizei, rund 20 offiziellen Bordelle und Studios in der Dreihelmenstadt haben aber seit längerer Zeit Konkurrenz bekommen. Denn die Schwarzarbeit boomt auch in diesem Sektor. Eine Landshuter Domina (Name der Redaktion bekannt) klagt an: „Die Hobbyhuren machen uns hier das Geschäft kaputt!“

 

Denn viele nicht gemeldete Prostituierte würden ihre Dienste illegal anbieten und „locken die Kunden natürlich mit weitaus günstigeren Preisen. Da geht‘s schon bei 30 Euro los.“ Und da der Geldbeutel heutzutage nicht mehr so locker sitzt, erfahren diese Damen regen Zulauf. Die Domina zum Wochenblatt: „Da diese Frauen schwarz arbeiten und keine Steuern zahlen, arbeiten sie zum Billig-Tarif. Und die Freier wollen dann natürlich bei uns den gleichen Preis.“

 

Die Kriminalpolizei steht hier ziemlich auf verlorenem Posten: Gerade mal ein Kripo-Beamter ist für die Überwachung der Prostituierten zuständig – und das für die drei Landkreise Landshut, Dingolfing und Kelheim. Seitens der Polizei werden zwar in unregelmäßigen Abständen Kontrollen der Bordelle in Landshut wie auch der Inserenten in den Medien durchgeführt. Doch die „schwarzen Schafe“ seien nur äußerst schwer zu ermitteln.

 

Oftmals bieten die „leichten Mädchen“ ihre Dienste im Internet auf einschlägig bekannten Foren an. Meist aber nur über E-Mail-Adressen, was die Ermittlung der Personalien bedeutend schwerer mache. Erwischt die Kriminalpolizei eine illegale Prostituierte, gibt es ein Bußgeld in Höhe von 300 bis 500 Euro.

 

Grundsätzlich ist die Prostitution im Zuständigkeitsbereich der Kripo Landshut aber nur in der Stadt Landshut selbst erlaubt. Denn in Gemeinden mit weniger als 30.000 Einwohner ist „horizontales Gewerbe“ verboten. Doch mit einem „Einzelkämpfer“ als Kontrolleur für drei Landkreise steht die Kripo fast auf verlorenem Posten da. Auch wenn man die Landeshauptstadt München nicht mit Landshut vergleichen könne, so sind dort doch rund 20 Leute einzig zur Kontrolle der Prostitution abgestellt.

 

Ursprünglich sollte das 2002 – also genau vor zehn Jahren – in Kraft getretene Prostitutionsgesetz die Lage freiwillig in der Prostitution arbeitender Frauen verbessern, z.B. in Hinblick auf Krankenversicherung und Sozialabgaben. Doch solange die Kontrollorgane numerisch hoffnungslos in Unterzahl sind, wird die Schwarzarbeit auch auf diesem Sektor weiter blühen.

Autor: Tobias Grießer

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