Die Stadt Landshut hat Interesse - Dr. Schaub wohl auch
Das Feilschen ums Rauchensteinerhaus

Angelika Fritsche, Eigentümerin des großflächigen Gebäudes und in Rheinland-Pfalz lebend, führte bereits erste Verhandlungen mit der Stadt Landshut sowie mit einem privaten Interessenten. „Die Lage ist einmalig in Landshut“, weiß Angelika Fritsche, die vom Haus selbst und der Mühleninsel als „grüne Lunge Landshuts“ begeistert ist.
Im Rathaus hat man schon lange Interesse am Rauchensteinerhaus, das über Jahrzehnte als unverkäuflich galt. „Wenn dieses Objekt zu haben ist, muss man sich schon überlegen, es zu kaufen“, weiß Baureferent Johannes Doll. Allerdings müsse dann auch gleich eine sinnvolle Nutzung präsentiert werden können. Schließlich sei das Gebäude stark sanierungsbedürftig.
Ähnlich sieht es Johann Winklmaier, Leiter Liegenschaften und Wirtschaft: „Wir sind derzeit in der Prüfungsphase, ob ein Kauf Sinn macht und eine vernünftige Nutzung möglich ist.“ Ein erstes Gespräch mit der Eigentümerin habe es vor vier Wochen gegeben, nun müsse man sich weiter vortasten.
Eine mögliche Nutzung ist durchaus im kulturellen Bereich vorstellbar: Die Neue Galerie Landshut nutzt den Gotischen Stadel auf der Mühleninsel bereits seit 1992 als Ausstellungsort. Das nur wenige Meter entfernte Rauchensteinerhaus könnte neben Ausstellungen auch Ateliers oder Künstlerwohnungen – und vielleicht auch den auf Herbergssuche befindlichen Kunstverein – beheimaten. Und die Mühleninsel wäre schnell ein kleines Künstlerzentrum à la Montmartre in Paris.
Gravierende Differenzen, so war aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren, gebe es aber vor allem beim Kaufpreis: Die Eigentümerin würde sich einen Preis von rund einer Million Euro vorstellen. Aufgrund des etwas heruntergekommenen Zustands des Gebäudes wolle die Stadt aber kaum mehr als eine halbe Million Euro ausgeben.
Allerdings soll auch Dr. Bernhard Schaub, Notar und 1. Vorsitzender des SC Landshut-Berg, Interesse am Rauchensteiner-Objekt haben. Schaub befindet sich allerdings derzeit im Ausland und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Angelika Fritsche lässt sich aber noch ein Hintertürchen für eine eigene Nutzung offen: „Mein Traum ist es, dort ein ganzheitliches Gesundheitszentrum zu machen.“ Die 53-jährige Gesundheits- und Lebensberaterin habe sich auf die Fahnen geschrieben, den Menschen fernab von der Schulmedizin zu helfen. „Das wäre für Landshut eindeutig ein Gewinn! Vielleicht findet sich jemand, der sich an meinem Traum beteiligen möchte.“
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