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11.01.2012 Landshut

Der Wochenblatt-Neujahrsempfang 2012

Margot Käßmann: Mit Sehnsucht ins neue Jahr

Wochenblatt-Neujahrsempfang 2012
Foto: Fotostudio Hackl
Stargast beim Wochenblatt-Neujahrsempfang 2012 am Montagabend im CCL war Deutschlands bekannteste Kirchenfrau. Vor 300 geladenen Gästen sprach Margot Käßmann über die „Sehnsucht nach Leben”.

 

Manche nennen sie den „Popstar der Protestanten”, andere das „Gewissen der Nation”. Bestimmt darf man behaupten, dass sie Deutschlands bekannteste und wohl auch wichtigste Kirchenfrau ist – obwohl sie aktuell gar kein Führungsamt bekleidet. Die Rede ist von Margot Käßmann. Seit ihrem Rücktritt ist die Theologin populärer denn je. Eine perfekte Voraussetzung also, um als prominente Rednerin des 6. Wochenblatt-Neujahrsempfangs aufzutreten. 
Rund 300 Kunden, Geschäftspartner, Freunde und Persönlichkeiten aus Stadt und Landkreis waren am vergangenen Montagabend der Einladung des Landshuter Wochenblatts ins City Center Landshut gefolgt, um nach dem Stehempfang im „Eisgruber’s“ gebannt den Worten Käßmanns im vollbesetzten Kinosaal des Kinopolis zu lauschen.
„Sehnsucht” lautete der Titel ihres Vortrages, der in dieser Zeit all der Krisen aktueller denn je zu sein scheint. „Wir alle verspüren doch eine Sehnsucht nach Leben, Liebe, Freiheit, Geborgenheit, Gerechtigkeit, Heimat oder auch gemeinsamen Werten”, so die charismatische 53-Jährige. „Das ist es, was uns zusammenhält.” Solche Sehnsüchte seien jetzt besonders wichtig. „Denn nur wer träumen kann, malt Bilder einer veränderten Zukunft.” Jeder solle sich dafür Zeit nehmen, um sich die eigenen Träume zu verinnerlichen, und eben nicht nur ständig von Termin zu Termin hetzen, vor dem Computer sitzen oder stündlich die aktuellen Aktienkurse abfragen.
Eloquent mixte sie dabei Musik-, Politik- und Bibelzitate, um den Zuhörern anschaulich die verschiedenen Sehnsüchte zu erläutern. „Leider werden Sehende und Träumende in unserer Gesellschaft oft als naiv angesehen.” Dabei sollten gerade die Sehnsüchte der Menschen als Basis genützt werden, auf die eine Gesellschaft aufbauen kann. 
Wichtige Antworten darauf finden sich laut der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche – natürlich – in der Heiligen Schrift. Ein Buch, das ihrer Meinung nach selbstverständlich zu den zehn wichtigsten Büchern überhaupt gehört. Und das nicht ohne Grund. Denn die Bibel, angewandt auf die Fragen der modernen Gesellschaft, könne durchaus auch in unserer Zeit immer noch die Antworten geben, nach denen viele Menschen suchen. Stattdessen suchen viele Zuflucht in Sekten oder „Patchwork-Religionen“, basteln sich ihre spirituelle Welt zurecht, wie es ihnen gefällt. Der christliche Glaube sei dagegen nichts von vorgestern und kann sehr wohl eine Orientierungsleistung für eine Gesellschaft geben. Als Beispiel führte Käßmann die zehn Gebote an, die natürlich immer noch ihren Sinn haben, wenn man nicht am Wortlaut hängen bleibt. Das vierte Gebot, „Du sollst Vater und Mutter ehren“, bedeute in unserer Zeit vor allem auch „Respekt“ vor den Älteren in unserer Gesellschaft. Den Menschen beispielsweise, die in einem Pflegeheim leben müssen und für die das Pflegepersonal genau 26 Minuten am Morgen Zeit hat, weil die Kassen nicht mehr Geld zur Verfügung stellen. Menschlich ist das freilich nicht.
Fazit des Vortrages: Käßmanns Rede war ein Fingerzeig. Ein Fingerzeig dahingehend, dass Geld, Macht, Karriere und das Streben danach selbstverständlich nicht Ziele von Sehnsüchten sein können, auf die eine Gesellschaft aufbauen kann. Vielmehr müsste man die Sehnsüchte auf die Grundlage des Glaubens stützen. „Dann gäbe es mehr Zukunftszuversicht, die Probleme im eigenen Land zu lösen.” 

Autor: sw/ad
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