Staatsanwaltschaft: Vorfall dient als Warnung
Brandsatz-Verdacht wird entkräftet

„Wir nehmen diesen Vorfall aber sehr, sehr ernst", sagt Ralph Reiter, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Landshut hinsichtlich des 25-Jährigen, der beim Sprayen linksgerichteter Parolen erwischt wurde. Zusätzlich hatte die Polizei bei dem Landshuter umfangreiche Gegenstände sowie Anleitungen zum Bau von Brandsätzen gefunden (das Wochenblatt berichtete).
Reiter: „Es gibt aber keine konkreten Anhaltspunkte, dass ein Verbrechen geplant war. Trotzdem dient dieser Vorfall als Warnung!" Schließlich habe der 25-Jährige durch das Sprühen der Schriftzüge - konkret „Anti Facist Action" - auf der Mühleninsel und in den Wagnergasse einen nicht unerheblichen Schaden angerichtet. Der Täter müsse wohl mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.
Reiter vermutet bei dem Spayer vielmehr „ein gewisses Überengagement im Vorgehen gegen Rechts. Mit dem Hauswände beschmieren ist er übers Ziel hinausgeschossen." Und auch wenn bei dem Mann zu Hause eine Anleitung zum Bau eines Brandsatzes gefunden worden sei, handle es sich beim 25-Jährigen nicht automatisch um einen „Attentäter".
Allerdings beobachte die Staatsanwaltschaft derartige Vorfälle - egal ob Delikte rechter oder linker Gewalt - genauestens und werde mit Schärfe dagegen vorgehen.
Das offene Bündnis "Runder Tisch gegen Rechts", bei dem der 25-Jährige Mitglied ist, werde aber trotz des aktuellen Vorfalls weiter bestehen bleiben. Stefan K. Gruber in einer Presseinfo: „Der Grundgedanke ist: Bei uns ist kein Platz für Nazis." Deshalb werde man sich weiter für eine humane Entwicklung und eine Gesellschaft der Toleranz, in der man ohne Angst verschieden sein kann, einsetzen. Allerdings distanziere man sich vehement von extremistischer Gewalt und werde diese nicht tolerieren.
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