12.10.2017 Landshut

Entscheidung im Sport und Bausenat

Landshuter Eisstadion: Neubau ist nicht finanzierbar, es wird saniert

Das Landshuter Eisstadion
Foto: Georg Gerleigner
Ein Neubau wird es nicht werden. Trotzdem präsentierte sich der gemeinsam tagende Bau- und Sportsenat heute in Spendierlaune. Anders, als von der Verwaltung vorgeschlagen, entschied er sich am Donnerstag für eine teurere Variante der Eishallensanierung.

Knapp drei Stunden dauerte die Sitzung im Landshuter Rathaus, zu der Vertreter des EVL, der Planungsbüros, der Verwaltung und natürlich des Sport- und des Bausenats zusammenkamen, um die Weichen für das Eisstadion zu stellen.

 

Relativ schnell war man sich einig, dass ein Neubau, weder am bisherigen Standort noch vor den Toren der Stadt, infrage kommt. Das ist schlicht zu teuer.

 

Zwar kämpfte die SPD wacker für ihren Vorschlag, das Eisstadion nebst Sportzentrum umzusiedeln und wollte wenigstens erreichen, in einem Gutachten klären zu lassen, wie teuer der Stadt eine komplette Verlagerung kommen würde. Doch auch das wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

 

Der Grund: Auch ohne die Einholung einer teuren Expertenmeinung ist klar, dass so eine Lösung der Stadt einen dreistelligen Millionenbetrag kostet. Dass man am jetzigen Standort des Sportzentrums dann Grund für Wohnbebauung zur Verfügung hätte, den man verkaufen könnte, würde diese Lösung auch nicht finanzierbar machen. Auch eine "kleine" Neubaulösung der Eishalle am jetzigen Standort würde immer noch locker über 40 Millionen Euro kosten. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt und dem Zeitdruck, unter dem das Rathaus wegen des katastrophalen Zustands der Eishalle steht, ist eine Neubaulösung schlicht unrealistisch. Das Dach hält nämlich nur noch bis maximal 2019 durch, danach müsste der Spielbetrieb eingestellt werden.

 

Blieb also nur noch die Sanierung des Stadions übrig. Zur Wahl standen insgesamt sechs Varianten. Favorisiert von der Verwaltung wurde zunächst die Variante 2b. Die sieht ein komplett neues Dach vor. Außerdem würden bei dieser Variante zwei Stützen im Osten der Halle wegfallen, also im Stehplatzbereich. Dadurch gäbe es keine Sichtbehinderungen mehr. 20,55 Millionen netto würde diese Variante kosten, mit der sich auch der EVL zufrieden gegeben hätte.

 

Die Stadträte wollten am Donnerstag aber lieber klotzen statt kleckern und entschieden sich mehrheitlich für die Variante 3a. Die kostet laut Berechnungen der Planungsbüros schlappe 850.000 Euro (netto) mehr, nämlich 21,35 Millionen. Dafür gibt's bei dieser Variante neue Tribünen im Süden und Osten mit verbesserten Sichtverhältnissen. 4.379 Zuschauer fasst die Halle. Außerdem hätte man durch die steileren Zuschauerränge zusätzlichen Raumgewinn unter den Tribünen. Eindeutig die schickere Lösung, die schließlich trotz eines gravierenden Nachteils durchgewunken wurde: Während der Bauphase wird es mindestens eine Saison lang stark reduzierte Zuschauerkapazitäten geben. Im 2. Bauabschnitt können dann nur 2.608 Zuschauer die Spiele verfolgen.

 

Der Beschluss im Bau- und Sportsenat hat nur empfehlende Wirkung. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Eine Entscheidung muss aber bald fallen, denn die entsprechenden Haushaltsmittel müssen noch heuer eingestellt werden.

Autor: ad

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