25.07.2017 Landshut

Politposse in Landshut

Landshut: Warum Dr. Pöschl die Bürgermedaille heuer nicht bekommt

Pöschl Bilanz
Foto: Schmid
Der Graben zwischen Oberbürgermeister Alexander Putz und den Fraktionen im Stadtrat wird immer tiefer. So, wie Oberbürgermeister Alexander Putz im Rathaus regiert, stößt vielen im Stadtrat sauer auf. Jetzt geriet Förderer-Vorsitzender Dr. Ernst Pöschl unfreiwillig zwischen die Fronten. Es geht um die Bürgermedaille.

„Er beherrscht die Spielregeln nicht und macht mit uns, was er will“, sagt Dr. Thomas Haslinger, Kreisvorsitzender der Landshuter CSU und für die Junge Liste im Stadtrat, und meint OB Alexander Putz. Er bekommt dabei Unterstützung von ungewohnter Seite: dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat, Stefan Gruber. Pikant: Ausgerechnet ein prominenter Landshuter ist jetzt zum Gegenstand des politischen Armdrückens in der Landshuter Kommunalpolitik geworden: Förderer-Vorsitzender Dr. Ernst Pöschl.
 
Würde es nach Oberbürgermeister Alexander Putz gehen, dann würde Pöschl heuer mit der Bürgermedaille der Stadt Landshut ausgezeichnet werden. „Ich hätte das als sehr passend empfunden“, so Oberbürgermeister Alexander Putz am Montag zum Wochenblatt.
 
Die Idee liegt tatsächlich nahe. Pöschl war als Vorsitzender der Förderer heuer zum dritten Mal Hauptverantwortlicher für die Aufführung der Landshuter Hochzeit. Ein unheimlicher Kraftakt und eine riesige Verantwortung. Er wird sich im nächsten Jahr zurückziehen und seinen Abschied nehmen. Es gibt zudem kein vergleichbares Projekt, bei dem so viele Landshuter für ein großes Ziel an einem Strang ziehen. Und doch soll Pöschl heuer die Bürgermedaille nicht bekommen. Der einzige Grund ist Oberbürgermeister Alexander Putz bzw. seine Vorgehensweise in der Sache.
Putz hatte den Vorschlag, Pöschl mit der Medaille auszuzeichnen, vor einigen Wochen auf einer Sitzung im Kultursenat gemacht und zur Abstimmung gestellt – und die Stadträte der Fraktionen damit vor den Kopf gestoßen. Der Grund: „Das war vorher so nicht besprochen worden“, so Haslinger. Das bestätiget auch Stefan Gruber.
 
Tatsächlich ist es so, dass im Ältestenrat, wo sich der Oberbürgermeister mit den Fraktionsspitzen zu wichtigen Themen bespricht, nichts dergleichen ausgemacht worden war. „Er hat uns seinen Vorschlag einfach auf den Tisch gelegt, ohne Vorgespräche zu führen und wollte nur noch unsere Zustimmung. Das finde ich befremdlich. So ist das nicht in Ordnung“, so Gruber. Abgesprochen war mit den Fraktionsspitzen ursprünglich wohl, dass heuer zwei verdiente ehrenamtliche Mitglieder der Feuerwehr die Würdigung bekommen. Als dann Putz den Vorschlag machte, noch eine dritte Person, nämlich Pöschl, auszuzeichnen, fühlten sich die Kultursenatsmitglieder überrumpelt, gegängelt und übergangen. Die CSU und wohl nicht nur die, will Putz jetzt daran erinnern, dass sein Amt keine One-Man-Show im Rathaus ist und hat in Sachen Bürgermedaille ein Zeichen gesetzt. Haslinger: „Putz braucht uns auch. Er ist Vorsitzender eines Kollegialorgans, er braucht die Stadträte genauso wie wir ihn.“
 
Um das klarzustellen, wurde in der fraglichen Kultursenatssitzung vor einigen Wochen, als es um die Auszeichnung Pöschls ging, das Thema mit in die zweite Lesung geschickt und ist am Montagnachmittag in nichtöffentlicher Sitzung noch einmal besprochen worden.
 
„Ich habe aber meinen Antrag zurückgezogen“, so der Oberbürgermeister zum Wochenblatt vor der Sitzung. Gemacht habe er das vor allem auch, um etwaige Kandidaten durch eine dann öffentlich stattfindende Diskussion nicht zu beschädigen. „Das empfinde ich als schade und extrem unangemessen“, so Putz.
 
Dass der scheidende Förderer-Vorsitzende beschädigt wird, das will allerdings niemand. „Das war nicht gegen Pöschl gerichtet“, betonen der CSU-Chef, der selbst nicht im Kultursenat sitzt, aber auch Kultursenatsmitglieder wie zum Beispiel Stefan Gruber. Man habe nur ein Zeichen in Richtung Oberbürgermeister setzen wollen, dass es so nicht gehe. „Zur Person Pöschl möchte ich gar nichts sagen. Das ist Teil der nicht-öffentlichen Sitzung gewesen“, so Gruber. Nach Informationen des Wochenblattes soll Pöschl die Medaille in den nächsten Jahren erhalten. Wenn er sie denn überhaupt will.
Autor: ad

Kommentare
Kommentare ansehen 27.07.2017 19:39 | von: Montecristo
Das ist ein Witz - ein trauriger!
Wie viele Stadträte der CSU gibt es, die der Stadt Landshut einen solchen Beitrag geliefert haben wie Herr Dr. Pöschl?
Einen Beitrag zur weitreichenden (weltweiten?) Bekanntheit unserer Stadt? Einen Beitrag, der unsere Stadt liebenswert, sympathisch und traditionsbewußt zeigt? Einen Beitrag, auf den wir Landshuter Bürger immer wieder vier Jahre mit Freude entgegensehen? Und nicht zuletzt einen Beitrag, der Tourismus und Einnahmen von Geschäftsleuten und der Stadt so fördert?

Wegen eines politischen Ränkespiels wird dies alles schöde mißachtet - der Stachel der verlorenen Wahl muss ja wirklich tief sitzen.

Und um meine eingangs gestellte Frage zu beantworten: Einen ähnlich postiven Beitrag hat die CSU-Fraktion noch nie erbringen können. Die CSU-Fraktion und ihre karrieresüchtigen Jungpolitiker sollten sich in Grund und Boden schämen für diese unsäglich dumme Aktion! pfeilAntworten
Kommentare ansehen 27.07.2017 12:38 | von: BettinaIllein
Was für ein Kindergarten
Es sollte um die Sache gehen und nicht um Machtspielchen. Diese auf dem Rücken einer allseits unbestritten sehr verdienten Persönlichkeit auszutragen ist beschämend. Bettina Illein. pfeilAntworten
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