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08.08.2012 Landshut

"Das kostet zu viel Geld, es kommt zu wenig dabei raus"

Im Kultursenat kracht's gewaltig

Im Kultursenat der Stadt Landshut kracht's gewaltig.
Foto: ad
Wer denkt, dass die Sitzungen des Kultursenats der Stadt Landshut eher potenziell langweilige Veranstaltungen sind, der irrt sich. Derzeit kracht‘s dort immer wieder mal gewaltig.

Grund für das schlechte Klima zwischen Verwaltung und einigen Stadträten ist in erster Linie das leidige Thema städtische Museen. Ein Teil des Kultursenats ist äußerst unzufrieden, was die Zahl und die Art der Ausstellungen betrifft.

 

Und nicht nur das. Die Besucherzahlen sind rückläufig, dafür steigen die Kosten. Doch Stadtdirektor Andreas Bohmeyer, der praktisch auch das Amt eines Kultur-Referenten ausübt, stellt sich schützend vor seinen Museums-Chef Dr. Franz Niehoff und verbittet sich jegliche Einmischung ins „operative Geschäft“ – und das mit Nachdruck. Jetzt soll sogar die Regierung entscheiden, was ein Kultursenat eigentlich darf und was nicht.

 

Zu den „aufmüpfigen“ Stadträten im Kultursenat gehören unter anderem Lothar Reichwein (Freie Wähler), Gabriele Goderbauer-Marchner (CSU), Dr. Maria Fick (FDP) und Rosemarie Schwenkert (BfL), deren Wortmeldungen während der Sitzungen von Dr. Niehoff gerne mal provokant belächelt werden.

 

Tatsache ist: Die Besucherzahlen und damit verbunden die Einnahmen durch die Eintritte gehen zurück, bewegen sich im Bereich des Lächerlichen. „2011 hatten wir noch 35.000 Euro Einnahmen durch Eintritte, 2012 waren es nur noch 25.000 Euro.“ Die Betriebsaufwendungen für „Verschiedenes“ seien aber von 140.000 Euro auf 220.000 Euro gestiegen, so Reichwein.

 

Der Meinung sind auch ihre Mitstreiter aus den anderen drei Fraktionen. Die Attraktivität der Museen müsse gesteigert werden. Es brauche mehr und interessantere Ausstellungen, die häufiger wechseln würden. „So wie zum Beispiel im Lokschuppen in Rosenheim. Der erlebt einen richtigen Besucheransturm“, so Dr. Fick. Material wäre in den städtischen Depots genügend vorhanden. Die sogenannte Niedermeier-Sammlung zum Beispiel, Hunderte von Grafiken und zahlreiche Gemälde mit Ansichten von Landshut, Werke aus dem Zeitraum vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

 

Platz dafür gebe es nach ihrer Meinung genug. In der Residenz zum Beispiel, so die einhellige Meinung des Quartetts. „Man kann doch nicht warten, bis es vielleicht mal in 20 Jahren das Museum im Franziskaner-Kloster gibt. Es muss jetzt etwas passieren“, so Goderbauer-Marchner.

 

Kritisiert wird auch die Keramik-Ausstellung in der Residenz, die sich mittlerweile in ihrem 3. Jahr befindet und kaum noch Zuschauer anlockt. „Die ist gut gemacht, will aber doch keiner mehr sehen“, so Schwenkert. Die Zahlen geben ihr jedenfalls Recht. Doch solche Einwände seitens der Politik werden vom Stadtdirektor barsch zurückgewiesen. „Man drohte uns sogar damit, die Regierung um eine Beurteilung anzurufen. Wir sehen das allerdings gelassen“, so Reichwein.

 

Tatsächlich will das Quartett jetzt selbst die Regierung um Hilfe bitten, um ein für alle Mal zu klären, was der Kultursenat darf und was nicht.

Autor: Alexander Schmid

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