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19.04.2012 Landshut

Personalkarussell in der CSU

Radlmeier: Über den Landtag zum OB-Kandidaten?

Es wird eng für den Kreisvorsitzenden Helmut Radlmeier.
Foto: Schmid
Wer soll welches Amt bekommen? Um diese Frage dreht sich bei der CSU in Landshut derzeit alles. Zumindest für den Kreisvorsitzenden Helmut Radlmeier gibt es da einen interessantes Modell.

Offiziell ist erst einmal Ruhe. Nach der Ankündigung von Dr. Wolfgang Götzer, nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen, haben die drei Kreisverbände Landshut Stadt, Landshut-Land und Kelheim in der letzten Woche entschieden, erst im Oktober Götzers Nachfolger bekanntgeben zu wollen. Hinter den Kulissen dreht sich derweil das Postenkarussell bei der CSU immer schneller. Es geht darum, wer in Zukunft welches Mandat übernehmen soll.

 
Am Donnerstagnachmittag hatten sich die drei Kreisverbände unter der Moderation von Ex-Minister Erwin Huber zu einer Besprechung getroffen. Dabei wurde der Termin im Oktober vereinbart. In erster Linie wohl, um sich personell komplett neu aufzustellen. Nach wie vor gilt Prof. Dr. Thomas Küffner als heißer Kandidat für die Götzer-Nachfolge. Zumindest bei Oberbürgermeister Hans Rampf, Landrat Josef Eppeneder und Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein. CSU-Kreisvorsitzender Helmut Radlmeier wiederum ist von einem Dr. Küffner im Bundestag, wie zu erfahren war, offenbar weniger begeistert.
Die Kelheimer wiederum schicken wohl, nachdem Martin Neumeyer im Landtag bleiben will, die Bezirksrätin Hannelore Langwieser ins Rennen. Wenn sich die Landshuter Verbände allerdings einig sind, haben die Kelheimer keine Chance.
Und in Landshut wird derzeit ausbaldowert, wer welchen Posten übernehmen soll. Schließlich stehen 2013 außer der Bundestags- auch noch die Landtags- und Bezirkstagswahl  an. Außerdem wird im Landkreis Landshut im Jahr 2014 auch der neue Landrat gewählt. 2016 folgt dann die Oberbürgermeisterwahl in Landshut.
 
Laut Wochenblatt-Informationen gibt es derzeit Pläne, wonach CSU-Chef Helmut Radlmeier in den Landtag will. Offensichtlich auch mit Götzers Empfehlung. Ob auf dessen Rat in der CSU überhaupt noch jemand hören will, ist eine ganz andere Frage. 
MdL Gertraud Goderbauer würde dann im Jahr 2014 als Landrätin kandidieren und damit gegen Peter Dreier (Freier Wähler und stellvertretender Landrat) antreten.
 
Radlmeier wiederum soll angeblich nur bis zur Oberbürgermeisterwahl in Landshut im Landtag bleiben. Das Mandat will er, wie aus CSU-Kreisen zu hören war, offensichtlich als politisches Sprungbrett für einen anderen Posten nutzen. Dass er Kandidat für Rampf Nachfolge werden will, gilt als offenes Geheimnis. Ob er das wirklich wird, ist eine spannende Frage. Denn längst wird hinter vorgehaltener Hand darüber getuschelt, dass auch Gabriele Goderbauer-Marchner, Radlmeiers wohl ärgste Widersacherin in der CSU, ihren Hut in den Ring werfen könnte.
 
Sollte sie nicht für die CSU antreten, dann, so wird jedenfalls spekuliert, könnte sie es über eine eigene Liste versuchen, wie Rampf es schon einmal gemacht hat – oder für die Freien Wähler. Rückendeckung hatte sie von denen bekommen, als sie sich für den Posten des Präsidenten der Landeszentrale für neue Medien bewarb und damit für Aufruhr in der Landshuter CSU sorgte.
Im Rennen um einem Posten ist auch noch der Veldener Markt- und Kreisrat Florian Oßner. Als niederbayerischer Bezirksvorsitzender der Jungen Union dürfte er auch noch ein Wörtchen mitreden. Er ist wohl Radlmeiers Favorit
Fest steht jedenfalls eines: In den nächsten Monaten wird sich in der Landshuter CSU einiges bewegen. In welche Richtung, das ist offen.
Autor: Alexander Schmid

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