03.03.2016 Landshut

Neues Bettenhaus

Klinikum Landshut plant an der 100-Millionen-Euro-Zukunft

Klinikum Landshut
Foto: Klinikum
Das Klinikum steht vor dem größten Projekt seiner Geschichte. Das alte Bettenhaus soll verschwinden, dafür drei Ersatzbauten geschaffen werden. Ein 100-Millionen-Euro-Projekt.

Das Bettenhaus des Klinikums ist Landshuts größtes zusammenhängendes Gebäude. Markant ragt der zehnstöckige Bau in den Himmel und prägt die Stadtkulisse. Der triste Klotz, der in den 50er Jahren geplant und im Jahrzehnt darauf errichtet wurde, versprüht den Charme eines Plattenbaus –  und er genügt den Anforderungen einer modernen Klinik schon längst nicht mehr. Deshalb will das Klinikum bauen. Läuft alles glatt, dann könnten die Bagger schon im Jahr 2018 anrollen. Es ist das wohl gewaltigste Bauprojekt in der Geschichte des Krankenhauses.
 
Voraussetzung dafür ist allerdings laut Klinikums-Geschäftsführer Nicolas von Oppen, dass der Freistaat im Sommer im Rahmen seines Krankenhausbauprogramms grünes Licht für die Fördergelder gibt. „Diese Entscheidung gibt die Zeitschiene vor“, sagt der Manager.
Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht. Bereits im April 2015 hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml bei einem Besuch in Landshut versprochen, ein „offenes Ohr“ für die Finanzierung des neuen Bettenhaus-Trakts zu haben. Damit in Sachen Finanzierung nichts schief geht, wurde die Planung eng mit der Regierung von Niederbayern und dem Gesundheitsministerium in München abgestimmt.
Das „neue“ Klinikum hat bei von Oppen bereits einen festen Platz auf dem Besprechungstisch bekommen. Was einmal in der Summe einen Betrag von „gut 100 Millionen Euro“ kosten wird, sieht da allerdings noch eher unspektakulär aus.
 
Drei Quader sind die Zukunft
 
Transparente Kunststoffwürfel repräsentieren den begehrten Neubau, der aus drei großen Baukörpern besteht und in ebensovielen Bauphasen entstehen soll. Für jeden der drei Quader ist ein eigener Innenhof geplant. Angebunden werden die drei Gebäude, die mit zweimal sieben und einmal fünf oberirdischen Etagen geplant sind und ineinandergreifen bzw. nebeneinander liegen, über die bereits bestehende Glasdachhalle. „Die wird verlängert“, so von Oppen. Für den ersten Bauabschnitt, den ersten der drei Würfel, ist eine Bauzeit von 36 Monaten eingeplant. Steht der, ziehen die ersten Patienten um und es wird mit dem Abriss des alten Bettenhauses begonnen. Für die beiden anderen Bauphasen sind dann noch einmal jeweils 18 Monate eingeplant. „Diese beiden Gebäude könnten aber auch parallel gebaut werden“, so von Oppen.
 
Bei der Planung des Klinikums der Zukunft wird vor allem auf die Funktionalität und kurze Wege für Patienten und Personal geachtet. Während es auf den Gängen aktuell wegen der räumlichen Situation drunter und drüber geht, soll der Neubau auf der Ebene 2 eine eigene Verbindung zu den Operationssälen und der Intensivstation bekommen, die nur von medizinischem Personal für den Transport von schwerkranken Patienten genutzt wird. Entworfen wurde das Bettenhaus vom Planungsbüro Nickl und Partner. „Das ist ein Spezialist für Krankenhausneubauten“, so von Oppen.
Klinikum Modell
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Noch gibt es das neue Bettenhaus nur als Plexiglaswürfel im Modell. Sie sollen in den nächsten Jahren Realität werden.
Eine Sanierung der alten Gebäude wäre nicht möglich, so von Oppen. Zu groß sei dafür der Aufwand. „Man kann daraus kein neues Bettenhaus machen“, sagt er. So hätten etwa ein Drittel der Zimmer in Teilen des alten Bettenhauses noch nicht einmal eine Dusche auf dem Zimmer. „Dort gibt es nur ein Waschbecken.“
 
Die Pflege-Stationen sind aktuell mit maximal 32 Betten zudem deutlich zu klein, pro Ebene fehlen bis zu 400 Quadratmeter. Auch die geringe Anzahl von Einbettzimmern mache es schwer, auf besondere Bedürfnisse der Patienten einzugehen. „Durch einen Neubau sind wir außerdem in der Lage, die Energie- und Instandhaltungskosten deutlich zu senken“, so von Oppen. „Moderne Patientenzimmer mit Wohlfühlatmosphäre, attraktive Arbeitsplätze für die Mitarbeiter und optimale Behandlungswege sind der Schlüssel für eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung in der Region“, ist er sich sicher. Jetzt muss nur noch das Geld fließen.
Autor: lw

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