02.02.2012 Landshut
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Prozess um getötetes Baby

Grinsend auf der Anklagebank

Der Angeklagte mit seinem Verteiidger.
Foto: Schöttl
Im Prozess um den Ergoldsbacher Babymord hat jetzt die Mutter ausgesagt. Der Angeklagte, der 22-jährige Gelegenheitsarbeiter Thomas W., nahm das grinsend zur Kenntnis.

"Ich habe Jason nicht geschüttelt, noch nie. Ich habe ihm nie etwas angetan”, wehrt sich die 22-jährige Gastronomiefachkraft Jacqueline N. aus Ergoldsbach gegen den Vorwurf des auf der Anklagebank vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Landshut sitzenden Gelegenheitsarbeiters Thomas W. (22), sie sei für den Tod des gemeinsamen Sohnes verantwortlich.

 
Der Vater des Buben, dem die Anklage Körperverletzung mit Todesfolge zur Last legt, nahm die Aussage seiner Ex-Freundin grinsend zur Kenntnis. Dem Gelegenheitsarbeiter wird vorgeworfen, am 11. März letzten Jahres seinen fünf Monate alten Sohn totgeschüttelt zu haben. Er sei, nachdem die Mutter gegen 16.30 Uhr in eine nahe gelegene Pizzeria zur Arbeit gegangen sei, mit dem Buben allein gewesen. Gegen 17 Uhr sei Jason aufgewacht und habe zu schreien begonnen, der Vater habe ihn nicht beruhigen können und dann mit beiden Händen gepackt, mehrmals heftig hin- und hergeschüttelt.
 
Den danach nach Luft japsenden Buben habe er schließlich auf eine Wickelkommode gelegt, telefonisch die Mutter verständigt und dann einen Notruf abgesetzt. Jason wurde zunächst ins Landshuter Kinderkrankenhaus gebracht und später per Hubschrauber ins Klinikum Schwabing geflogen.  
 
Die inzwischen verheiratete 22-Jährige berichtete, dass man sich im Berufsbildungswerk Abensberg kennen gelernt habe. Erst nach geraumer Zeit sei es dann zu einer intimen Beziehung gekommen und „dann mit der Schwangerschaft sehr schnell gegangen.” Allerdings habe es von Anfang an Probleme gegeben: „Er hat mich geschlagen und hat mir Geld geklaut.” 
 
Nachdem er sie am 7. Januar letzten Jahres wieder einmal verprügelt hatte, habe sie sogar eine einstweilige Anordnung, dass er ihre Wohnung nicht betreten dürfe, erwirkt. „Dann stand er wieder vor der Tür, hat geweint und versprochen, dass er sich ändert”, so erklärte sie, warum sie ihn erneut aufgenommen.
 
Als sie Thomas W. dann an jenem Nachmittag am Arbeitsplatz angerufen und aufgefordert habe, nach Hause zu kommen, „weil Jason keine Luft mehr bekommt und sich nicht mehr bewegt”, habe sie zunächst an einen schlechten Scherz geglaubt. Weil er dann am Telefon geweint habe, sei ihr der Ernst der Lage bewusst geworden. In der Wohnung habe sie den Buben dann in den Arm genommen: „Da war er schon total schlapp.”
 
Jason sei schon bei seiner Einlieferung fast klinisch tot gewesen, so der Neurochirurg des Schwabinger Klinikums. Verursacht worden sei der Bluterguss durch ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem massiven Schütteln.


Autor: ws

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Kommentare
Kommentare ansehen 02.02.2012 23:55 | von: z20net
Unfassbar..
Für mich gehören alle beide eingesperrt. Allein schon wg dem schlechten sozialen Umfeld dass sie beide zu pflegen bedürfen und der Verantwortungsloigkeit die beide an den Tag legen. Manchmal sollte man echt vor Beginn einer Schwangerschaft eine "Tauglichkeitsprüfung" ablegen müssen damit man solche Artikel nicht mehr lesen kann. pfeilAntworten
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