Soziales Netzwerk als Kommunikationsmittel entdeckt
Mit Facebook gegen Politikverdrossenheit

Am Montag diskutierte der Verwaltungssenat im Landshuter Rathaus darüber, ob die Sperrzeit in der Dreihelmenstadt verlängert wird – die Lokale also nur noch kürzer aufhaben dürfen – oder nicht. Im Vorfeld hatte Freie Wähler-Stadträtin und Landtagsabgeordnete Jutta Widmann das Thema über Facebook angeschubst und ist „auf überraschend große Resonanz gestoßen“.
Sie habe testen wollen, ob sich junge Leute mittels des überaus beliebten Netzwerks über Lokalpolitik informieren. „Das war unglaublich. Innerhalb kürzester Zeit gab es rund 50 Kommentare zum Thema ,Sperrstunde in Landshut’. Und das, obwohl ich nur angekündigt hatte, wann und wo die Sitzung stattfindet. Diese Schnelligkeit hat mich total überrascht“, so Jutta Widmann zum Wochenblatt.
Es sei für sie äußerst aufschlussreich gewesen, dass sich gerade junge Leute auch informieren würden, wenn sie an einem politischen Thema interessiert sind. Widmann: „Über Facebook ist eine rasend schnelle Kommunikation möglich.“ Darum ziehe sie es nun ernsthaft in Betracht, auch künftig punktuell via Facebook politische Themen zu „posten“, die die jungen Bürger interessieren könnte und bei denen diese mitreden wollen. „Das ist eine neue Schiene, junge Leute an die Politik heranzuführen“, sagt Jutta Widmann.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei es, dass vielleicht der eine oder andere auch den Weg ins Rathaus zur einer Sitzung auf sich nimmt. Widmann: „Es ist für uns Stadträte nicht schlecht zu sehen, dass die Leute, die sich für ein Thema interessieren, auch hinten drin sitzen.“ Schließlich, so musste sie zugeben, würde sicher immer wieder auch an der Bevölkerung vorbei entschieden.
„Weil man seine Meinung in der Fraktion festgefahren hat. Dabei sollte man doch auch über den Tellerrand hinausschauen“, sagt Jutta Widmann. Der Verwaltungssenat stimmte am Montag übrigens dafür, in Sachen „Sperrzeit in Landshut“ erst einmal alles beim Alten zu lassen.
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