22.02.2017 München/Landshut

Bundesweite Durchsuchungsaktion am Dienstag führt zu Festnahmen

Drogen-Produzent aus Landshut geschnappt!

Festnahme
Foto: Tobias Grießer
Das war ein erfolgreicher Schlag gegen die Drogenkriminalität: In einer bundesweiten Durchsuchungsaktion konnten die Ermittler der Polizei Hersteller und Vertreiber von neuen psychoaktiven Stoffen – sogenannte Legal Highs – festnehmen.

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Landshut führen seit Juli 2016 umfangreiche Ermittlungen gegen eine Gruppe, der vorgeworfen wird, in nicht geringer Menge neue psychoaktive Stoffe (NpS) herzustellen, zu vertreiben und mit Betäubungsmitteln zu handeln.

 

Dies führte im Oktober vergangenen Jahres zur Festnahme eines 30-Jährigen im Landkreis Landshut, dem vorgeworfen wird, diese Stoffe hergestellt und an Konsumenten vertrieben zu haben. Der 30-Jährige sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

 

Die folgenden Ermittlungen ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen weitere sieben Männer, die diese Drogen herstellten und über eine Internetplattform vertreiben.

 

Als Hauptorganisator steht ein 51-Jähriger aus dem Oberbergischen Kreis unter Verdacht. Dieser erscheint auch als Betreiber der Plattform, über die ein Großteil der Geschäfte abgewickelt wurde. Unterstützt worden soll er dabei von einem 27-Jährigen und einem 31-Jährigen sein, die im Oberbergischen und im Märkischen Kreis wohnen.

 

Weiterhin wird als Beschaffer der Grundstoffe ein 32-Jähriger aus dem Oberbergischen Kreis verdächtigt. Ein 34-Jähriger aus dem gleichen Ort soll insbesondere für das Eintreiben der Gelder und ein weiterer 34-Jähriger für die Herstellung der Drogen verantwortlich sein. Schließlich wird ein 50-Jähriger aus Köln als Administrator der Internetplattform angesehen.

 

Aufgrund dieser Erkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Landshut insgesamt neun richterliche Durchsuchungsbeschlüsse und zwei Haftbefehle, die von bayerischen Ermittlern mit Unterstützung von Beamten und Spezialeinsatzkräften aus Nordrhein-Westfalen am Dienstag, 21. Februar, ab 6 Uhr morgens vollzogen wurden.

 

Die verdächtigen 51-jährige Hauptorganisator und 34-jährige Drogenhersteller konnten aufgrund der bestehenden Haftbefehle im Oberbergischen Kreis festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Bei den Durchsuchungen konnten umfangreiche Beweismittel gefunden und sichergestellt werden.

 

So konnten im Anwesen des 51-Jährigen unter anderem eine Schusswaffe und Munition sichergestellt werden. Der 34-Jährige, der verdächtigt wird NpS hergestellt zu haben, leistete bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand und wurde dabei am Kopf verletzt. Bei ihm konnte zudem eine Schusswaffe gefunden werden. In dem von ihm bewohnten Haus fanden die Ermittler neben einer Marihuana-Plantage auch ein Labor, das nach einer ersten Einschätzung geeignet ist Amphetamine herzustellen.

 

Daneben wurden aufgrund während des Einsatzes gewonnener Erkenntnisse weitere zwei Wohnungen durchsucht. Die umfangreichen Ermittlungen dauern an.

 

Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz

Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) trat am 26. November 2016 in Kraft. Dieses sieht ein weitreichendes Verbot des Erwerbs, Besitzes und Handels mit neuen psychoaktiven Stoffen und eine Strafbewehrung der Weitergabe von NpS vor. Der Strafrahmen für gewerbsmäßige oder bandenmäßige Herstellung von NpS und gewerbsmäßigen oder bandenmäßigen Handel liegt von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

 

Die Wirkung von NpS ist völlig unkalkulierbar! Auf den Verpackungen sind meistens keine oder falsche Inhaltsstoffe angegeben. Zudem werden die Inhaltsstoffe der Produkte im Zeitverlauf oft verändert, so dass Konsumenten auch bei wiederholtem Konsum eines bestimmten Produktes nicht mit gleicher Dosierung und der gewohnten Wirkung rechnen können. Die Zahl insbesondere junger Menschen, die aufgrund des Konsums zu Tode kamen, stieg in den letzten Jahren deutlich an.

 

Neue psychoaktive Substanzen (auch NPS, Legal Highs, Herbal Highs, Research Chemicals oder Badesalzdrogen) sind psychoaktive Substanzen, die als Kräutermischungen, Lufterfrischer, Reinigungsmittel, Badesalze oder Ecstasy angeboten werden. In Deutschland bezeichnet der Gesetzgeber einen Stoff oder eine Zubereitung eines Stoffes aus den Stoffgruppen 2-Phenethylamin oder Cannabimimetika/synthetische Cannabinoide als neuen psychoaktiven Stoff.

 

Diese Produkte werden zumeist offen im Internet, Smartshops oder Headshops oder verdeckt auf Darknet-Märkten beispielsweise unter den Namen Explosion oder Spice angeboten. Sie enthalten häufig Rauschmittel, Stimulanzien oder ähnliche chemische Wirkstoffe, die auf den Verpackungen nicht ausgewiesen werden. Legal Highs werden zu Rauschzwecken konsumiert.

Autor: tg/lw

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort:

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviele Zehen hat ein Mensch insgesamt? Bitte Zahl eingeben: 


pfeil