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26.09.2012 Landshut

Diskussionen nach Horror-Unfall

Die A 92 – eine Rennstrecke für Testfahrer von BMW?


Nach dem Unfall mit einem BMW-Testfahrzeug wird Kritik laut an dem Konzern. Wird die Autobahn als Teststrecke für BMW genutzt und viel zu schnell gefahren?

 

Es ist das, was man einen Horror-Crash nennt: Am vergangenen Freitagmorgen rast ein BMW auf der A 92 zwischen den Anschlussstellen Landshut-Essenbach und Wörth/Isar beim Überholen einer Lastwagenkolonne mit hoher Geschwindigkeit in den Anhänger eines ausscherenden Lkw. Der 45-jährige BMW-Fahrer aus München erleidet dabei tödliche Verletzungen und verstirbt noch an der Unfallstelle.
 
Ein tragisches Unglück – doch für so manchen bei allem Mitgefühl für das Opfer und seine Angehörigen fast folgerichtig, betrachtet man die Umstände des Unfalls. Handelt es sich bei dem verunglückten BMW doch um ein Testfahrzeug. Die stehen in dem Ruf, einen Hang zu (allzu) hohen Geschwindigkeiten zu haben, auch und gerade auf der vergleichsweise wenig befahrenen A 92. Und an der liegen nun mal zwei Werke von BMW. Allerdings:
 
„Es war zwar ein Testwagen, aber kein Testfahrer“, stellt Bernhard Schneider klar, der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BMW Werke Dingolfing und Landshut. Es habe sich um eine normale Dienstfahrt mit einem Auto kurz vor der Serienreife gehandelt, „das darf man auf keinen Fall vermischen“. Zumal gerade Testfahrer angehalten seien, sich stets an die Straßenverkehrsordnung zu halten. „Wir werden sehr schnell auffällig, glauben Sie uns. Wenn da öfter etwas vorkommen würde, würde das ganz schnell auf unseren Schreibtischen landen“, so Schneider. Meldungen, wonach die Feuerwehren mit der Bergung des Unfallwagens Schwierigkeiten gehabt hätten, weil es sich um ein neues Hybridfahrzeug gehandelt habe, weist Schneider zurück.
 
„Es war ein Techniker von BMW vor Ort, weil das Werk in der Nähe ist. Da wollte die Feuerwehr auf Nummer sicher gehen. Dass der Wagen nach dem Unfall noch unter Strom stand, ist eine Mär“, so Schneider. „Die Erstversorgung des Opfers war uneingeschränkt möglich.“ Ralph Huber, der Leiter Produktkommunikation BMW Automobile, weist darauf hin, dass bei Testfahrten ein genaues Protokoll einzuhalten sei, schließlich gehe es um das Testen eines Fahrzeugs in verschiedenen Leistungsbereichen.
 
„Man fährt da einen ganz speziellen Zyklus, das hat nichts mit nur Schnellfahren zu tun.“ Auch Huber betont, dass sich Testfahrten immer im Rahmen der Straßenverkehrsordnung bewegten. Was natürlich auf einem längeren kerzengeraden Autobahnabschnitt ohne Tempolimit durchaus ein dehnbarer Begriff sein kann. Aber das ist sicherlich ein generelles Problem.
Autor: Stefan Klein

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