26.01.2012 Landshut
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Marode Zeitzeugen

CSU will Bischofsstäbe wieder aufstellen

Bischofsstab
Foto: Schmid
Bis zum letzten Jahr gehörten die Bischofsstäbe, ehemalige Masten für Gaslaternen, zum Landshuter Stadtbild. Dann wurden die denkmalgeschützten Zeitzeugen zur Gefahr. Jetzt sollen sie wieder aufgestellt werden.

Bis zum Donnerstag, 23. Juni 2011, sind die stummen Zeitzeugen kaum einem aufgefallen in der Stadt. Nur wenige wussten überhaupt, um was es sich bei den seltsamen verschnörkelten Masten handelt. Bis es in den Abendstunden jenes Tages, das Landesturnfest wurde gerade vorbereitet, plötzlich einen lauten Schlag tat. Von einem der gußeisernen Masten hatte sich eine 10 bis 15 Kilo schwere Rosette gelöst und das Dach einer Bude durchschlagen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Doch damit waren die Tage gezählt für die Bischofsstäbe. Sie mussten weg, weil sie eine Gefahr darstellten. Jetzt sollen sie wieder her – fordert jedenfalls die Landshuter CSU.

Bischofsstab Rosette
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Dieses rund 15 Kilo schwere Zierteil löste sich von dem Masten und durchschlug ein Budendach.
 
Eine Funktion haben die gusseisernen Laternenpfähle nicht mehr. Allerdings stehen sie unter Denkmalschutz, wie Stadtarchivar Gerhard Tausche bestätigt. Einst – die Masten wurden 1860 aufgestellt – waren an ihnen Gaslaternen befestigt, die mit einem Seilzug im Inneren der rund elf Meter hohen Bischofsstäbe hoch gezogen werden konnten. Mit der Einführung einer elektrischen Beleuchtung wurden die Gaslaternen überflüssig. Die sieben Bischofsstäbe, sechs in der Altstadt und einer am Ländtorplatz, blieben einfach stehen und gehörten zum Stadtbild – und werden immer mal wieder zur Gefahr.
Bereits in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts hatten herabfallende Teile, Verzierungen und Rosetten Passanten gefährdet, wie vom Stadtarchiv zu erfahren war. Die Bischofsstäbe wurden daraufhin laut eines Beschlusses des Stadtrates demontiert und für eine Generalüberholung zu einer Spezialfirma, der Gießerei Esterer, nach Altötting gebracht. Im Jahr 1985 wurden sie dann in der Landshuter Innenstadt wieder aufgestellt. 140.000 Mark kostete damals die ganze Aktion. Im letzten Jahr wurden die gusseisernen Haltemasten wieder abmontiert und eingemottet nachdem eine Untersuchung ergeben hatte, dass sich weitere Teilen lösen könnten.
„Aus städtebaulichen, historischen und denkmalpflegerischen Gründen sollte die Stadt Landshut diese so genannten Bischofsstäbe wieder aufstellen“, heißt es in dem Antrag der CSU-Fraktion. Das entspreche auch vielen Bürgerwünschen. „Sie stammen aus einer Zeit, in der man Zweckmäßigkeit und Funktionalität mit Ästhetik vereinbart hat“, so Ludwig Zellner, Helmut Radlmeier und Rudi Schnur in dem Antrag.
 
Ihrer Meinung nach könnten die Masten auch wieder weit mehr sein als nur Zierde. „Eventuell können diese Bischofsstäbe ja wieder als Beleuchtungseinrichtung genutzt werden.
Jetzt müsse die Stadt nur noch prüfen, ob man die sieben Originalmasten restaurieren kann oder ob Nachgüsse hergestellt werden sollen.
 
„Die Stadt München hat den Wert und die gestalterische Wirkung auf die Straßen schon vor Jahren erkannt und Ergänzungen und Nachgüsse vornehmen lassen“, so die drei CSU-Stadträte. Finanzieren könnte man das ja, in dem „Gelder von Firmen und Privatpersonen einbezogen werden.“



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