Bausenat spricht sich für Schrägaufzug aus
Burgaufzug: Jetzt steigen die Bürger ein!

Nach über zwei Stunden des Diskutierens war für die Mehrheit des Bausenats am Donnerstag klar: Ein Schrägaufzug zur Burg Trausnitz kann die Stadt Landshut als Touristen-Anziehungspunkt deutlich voranbringen. Eine touristische Potenzialanalyse von CenTouris (Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau) machte deutlich, dass die schwierige Erreichbarkeit der Burg ein großes Manko sei. Stefan Rösch von CenTouris: "Das schränkt das touristische Potenzial deutlich ein."
Ein Schrägaufzug an sich sei bereits für viele eine Attraktion. "Da gibt es nicht viele in Deutschland. In Bayern wäre es der erste", so Rösch weiter. Berechnungen hätten ergeben, dass man von 90.000 bis 100.000 jährlichen Nutzern des Burgaufzugs ausgehen könne. Die totale Besucherzahl der Burg schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 240.000 und 320.000 - "und kann durch den Aufzug sicherlich deutlich gesteigert werden."
Ähnlich sah es auch Christoph Zeitler (FDP): "Die Burg ist eine Attraktion, fristet aber über weite Teile einen Dornröschenschlaf." Es gebe wenige Highlights wie das Gartenfestival, ansonsten finde dort kaum etwas statt.
Baureferent Johannes Doll stellte schließlich die technische Machbarkeitsstudie vor, in der man drei oberirdische und drei bergmännische Varianten durchgespielt hatte. Während sich die oberirdischen Lösungen vom Dreifaltigkeitsplatz bzw. vom Skulpturenmuseum hinauf zur Burg mit reinen Baukosten zwischen 2,3 und 3,1 Millionen Euro belaufen würden, würden sich die unterirdischen Varianten vom Dreifaltigkeitsplatz bzw. ehemaliger Wienerwald zwischen 5,9 und 6,3 Millionen Euro bewegen.
CSU-Stadtrat Rudi Schnur forderte, die Bürger detailliert zu informieren und auch mit einzubeziehen. "Am besten mit zwei Veranstaltungen - eine am Hofberg und eine in der Stadt." Dort könnten sich die Landshuter informieren und auch Fragen stellen. "Schließlich ist der Burgaufzug ein Thema, das Landshut spaltet", stimmte OB Hans Rampf dieser Idee zu.
Zeitler war indes dafür, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und sich auf eine - die oberirdische vom Dreifaltigkeitsplatz aus - Variante festzulegen. "Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Förderer werden wie sowieso nie bekommen."
Doch die Bausenatsmitglieder stimmten letztlich mit 8:2 dafür, eine oberirdisch geführte Trasse zur Burg - privatwirtschaftlich getragen - voranzutreiben. Vor den weiteren konkreten Schritten werde man jedoch die Bürgerschaft genauestens informieren und mit ins Boot holen.
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