Landshuter Zahnärzte unterstützen Projekt in Nepal
„Menschen kennen keine Zahnbürste"

Während der Weihnachtsfeiertage wurde die Praxis im örtlichen Krankenhaus in Ratnanagar aufgebaut und in Betrieb genommen. „Nepal ist ein furchtbar armes Land. Die medizinische Versorgung ist mehr als schlecht“, so Demhartner zum Wochenblatt.
Darum hätten sich Dr. Birgit Brunner und er dazu entschlossen, beim Verein Open-Eyes einzusteigen und das Nepal-Projekt im Distrikt Chitwan – an der Grenze zu Indien – voranzutreiben. Demhartner: „Viele von den Menschen haben noch nie einen Zahnarzt besucht oder eine Zahnbürste gesehen.“ Die Geräte und Materialien für den Start seien im Laufe des letzten Jahres durch Spenden angeschafft worden, so dass die Bevölkerung vor Ort gut versorgt werden könne.
Demhartner: „Wir waren dann zwei Wochen in Nepal und haben zusammen mit einem zahnärztlichen Kollegen aus München und freiwilligen Helfern über 500 Patienten behandelt.“ Obwohl nicht immer öffentlicher Strom vorhanden gewesen sei, habe die Praxis dank eine extra installierten Generators den ganzen Tag in Betrieb gehalten werden können. „So arbeitet die Zahnarztpraxis dort völlig autark.“
Aber nicht nur in der Praxis wurden die Einheimischen behandelt: Die ehrenamtlichen Zahnärzte machten sich täglich auch auf den Weg in entlegene Dörfer, um dort an Schulen erste Untersuchungen durchzuführen. „Manchen Patienten haben wir dann empfohlen, in die Praxis zu kommen“, sagt Ulrich Demhartner. „Die haben sich auch tatsächlich auf stundenlange Fußmärsche begeben.“
Um zu gewährleisten, dass die Arbeit der Praxis auch nach der eigenen Abreise vernünftig fortgesetzt wird, wurden dort zwei ausgebildete Zahnärztinnen eingestellt, die von Deutschland aus betreut und auch kontrolliert werden. Demhartner: „Hilfe und Kontrolle gleichzeitig, nur so kann die Zahnarztpraxis dort funktionieren.“ Der Austausch erfolge über E-Mail und Skype. Am Ende des Aufenthalts der Landshuter Ärzte Dr. Ulrich Demhartner und Dr. Birgit Brunner konnte die zahnärztliche Abteilung in die Oberaufsicht der Bezirksregierung übergeben werden. „Dadurch ist der langfristige Erhalt und die Unterstützung durch die nepalesische Regierung gewährleistet“, sagt Demhartner.
Als nächstes Ziel hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben, dort auch ein eigenes zahnärztliches Labor samt Techniker zu installieren. Demhartner: „Dort können dann auch Prothesen angefertigt werden.“
Zahnärzte, die sich für einen freiwilligen Aufenthalt in diesem Gebiet interessieren, können sich unter Telefon 0871/73323 und im Internet unter www.open-eyes-ev.org informieren. Dort gibt’s auch die Möglichkeit, für die Aktion zu spenden.
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