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10.10.2012 Landshut

Florian Oßner, neuer MdB-Kandidat, im Gespräch

„Ich wollte eine Lanze für die Jugend in der CSU brechen“


Die Nacht war kurz für Florian Oßner. Er ist gut gelaunt aber etwas heiser, als er am Dienstagmorgen in die Wochenblatt-Redaktion kommt.

 

Kein Wunder: „Es gab viel zu bereden“, erklärt er. Wenige Stunden zuvor war er von den Delegierten der CSU-Kreisverbände Landshut-Land, Landshut-Stadt und Kelheim auf der Versammlung in Edenland bei Weihmichl zum Bundestagskandidaten und Nachfolger von Wolfgang Götzer gewählt worden. Geplant war eigentlich was anderes.
 
„Ich bin als Underdog in das Rennen gegangen“, erzählt Oßner. Dass er überhaupt angetreten ist, war für viele eine große Überraschung. Denn abgesprochen war eigentlich eine andere Postenverteilung: Der Kreisvorsitzende der Landshuter CSU, Helmut Radlmeier, hätte für Goderbauer in den Landtag einziehen sollen, die Kreisvorsitzende der Landkreis-CSU wiederum sollte Götzer beerben, der nicht mehr zur Bundestagswahl antreten wollte. Doch es kam alles anders – und irgendwie auch nicht.
Denn: „Im April bin ich von Erwin Huber gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, für Götzer in den Bundestag zu gehen“, so Oßner.
Klar konnte sich der 32-jährige Diplomvolkswirt das vorstellen. Dann allerdings drehte sich das Postenkarussel in der Partei. Das, was sogar innerhalb der Landshuter CSU als Postengeschachere kommentiert wurde, setzte ein.
 
Helmut Radlmeier, Kreisvorsitzender der Landshuter CSU, beanspruchte ein überregionales Mandat für sich. Nach Diskussionen hinter geschlossenen Türen kam man nach Wochen zu dem Ergebnis, dass er das Landtagsmandat bekommen sollte, Goderbauer dafür in den Bundestag einziehen würde. Etwas hat man dabei aber wohl vergessen: „Es ist legitim, wenn sich die Spitzen der Kreisverbände absprechen. Ich habe allerdings nie meine Kandidatur vom April zurückgezogen.“ Auch, wenn einige Parteifunktionäre wohl damit gerechnet hätten, so Oßner, der auch stellvertretender Kreisvorsitzender der Landkreis-CSU ist.
 
Und so nahm das Unglück für Gertraud Goderbauer am Montagabend seinen Lauf. Bereits im ersten Wahlgang bekam sie nach einer schlechten Rede weniger Stimmen als der Veldener und die Kelheimer Kandidatin Hannelore Langwieser. In der Stichwahl setzte sich dann Oßner durch.
 
Der war am Tag nach seinem Coup ein viel gefragter Mann. „Das Telefon steht nicht mehr still“, erzählt er. Kein Wunder: Symbolisiert er doch so etwas wie einen Zeitenwechsel in der CSU. „Für mich war meine Kandidatur alternativlos“, sagt er. „Ich wollte als Kandidat eine Lanze für die Jugend brechen, auch wenn ich nicht richtig mit einem Erfolg gerechnet habe. Die Welt wäre jedenfalls nicht untergegangen, wenn ich verloren hätte.“
 
Sein Verhalten war für ihn nur konsequent. Schließlich fordere man in der Jungen Union, deren Bezirksvorsitzender Oßner ist, immer wieder dazu auf, Mut zu beweisen, Kante zu zeigen und zu kandidieren. Pläne für die nahe Zukunft hat Oßner auch schon: „Ich will versuchen, die Kreisverbände Landshut und Kelheim wieder zu einen und für einen geschlossenen Auftritt zu sorgen“, sagt er.
Während Oßner noch am Anfang steht, scheint Gertraud Goderbauer das Ende ihrer politischen Laufbahn erreicht zu haben.
Wie kurz nach der verlorenen Wahl bereits kursierte, will sie als Kreisvorsitzende der Landkreis-CSU angeblich zurücktreten. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür am gestrigen Dienstag allerdings nicht (siehe eigenen Artikel).
 
Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar der Woche.
Autor: Alexander Schmid

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