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05.10.2012 Abensberg

Firma Kelly investiert am Hellinger-Kreisel

Hier war mal eine Shell-Tankstelle


In Abensberg am Hellinger-Kreisel, direkt im ehemaligen Hellinger-Gebäude, entstand in den letzten Wochen etwas Neues: Das Haus sieht wieder „wie früher” aus, wie die alte Tankstelle, mit Glasfront und abgerundeter Ecke. Wie einst, aber sehr modern - hier eröffnet eine Digitaldruckerei.

 

Denn für eine neue Digitaldruckerei waren die bestehenden Räume, der Firmensitz am Ortsausgang Richtung Neustadt und Siegenburg, zu klein. Eine Digitaldruckerei, das ist – also erst einmal nicht das gleiche wie die Offsetdruckerei am Firmensitz. Es ist etwas Anderes „mit viel mehr Möglichkeiten”, schwärmen die Besitzer und zeigen stolz, was sie damit meinen: Riesige Maschinen, die auch riesige Platten bedrucken können, ebenso wie Glas und jede Menge anderer Materialen. 
 
 
Heraus kommt dann unter Anderem das, was man im neuen Gebäude sehen kann: Keilrahmenbilder in allen Farben und Formen, bedrucktes Glas, zum Beispiel als dekorativer Spritzschutz für die Küche inclusive passend bedruckter Vorhänge, Fototapeten für die gesamte Wand oder nur für eine Türe, begehbares Laminat für den Boden. Auf einem der Fotos in der Bildergalerie sieht man Kieselsteine, aber man könnte auch z.B. den Abensberger Stadtplan als Laminat im Flur verkleben - oder was auch immer. Wegweiser zu einzelnen Räumen vielleicht, die Holzplanken einer Hängebrücke, den atemberaubenden Blick von oben auf den Grand Canyon – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und es kann alles verwirklicht werden, was Kunden sich wünschen.
 
 
Daneben werden in den neuen Gebäuden der Firme Kelly auch Banner im Digitaldruck gefertigt, ganz nach Kundenwunsch mit Firmenlogo, mit Gesichtern, Nationalfarben oder Sinnsprüchen. Im Digitaldruck entstehen auch Folien mit allen Motiven der Welt auf allen möglichen Hintergründen. 
 
 
Einer der Vorteile des Digitaldruckes ist nämlich, dass mit der speziellen UV-Tinte, die ganz rasant unter UV Licht trocknet, weiß gedruckt werden kann. Dadurch ist man nicht davon abhängig, dass der Untergrund eine bestimmte Farbe hat, wenn man Weisses sehen will. 
 
 
Natürlich gibt es auch „Kundenstopper”, also Klapp-Aufsteller für Plakate genau nach Kundenwunsch. Von all diesen Dingen werden natürlich nicht nur die bedruckten Teile geliefert, sondern alles Drum und Dran: Beratung, ggf. Hilfe beim Erstellen der druckfähigen, digitalen Dateien und alles, was das gedruckte Produkt braucht, um brauchbar zu sein: Keilrahmen-Bilder werden fertig auf Keilrahmen aufgezogen, für Banner gibt es die Halterung, für den Kundenstopper den Alu-Rahmen. Guter Service ist der Druckerei Kelly nach wie vor wichtig. So unterscheidet man sich von Online-Druckereien und so behauptet man sich auch auf dem Markt. 
 
 
Was es noch gibt in der neuen Digitaldruckerei? Autobeschriftungen zum Beispiel oder Folien für Schaufenster und – einfach Alles. Am Besten schaut man zum Abensberger Herbstmarkt auf ein Gläschen Sekt vorbei und lässt sich zeigen, was die neue Zweigstelle alles kann.
 
 
 
 
Zur Geschichte des Hellinger-Anwesens:
 
Das Geschäft am jetzigen Kreisel wurde 1926 von Lodegar Seidl gegründet. Es wurden Fahrräder und DKW-Motorräder verkauft und repariert und  eine Shell-Tankstelle eröffnet. 
 
 
Beim Einmarsch der Amerikaner 1945 brannte die Garage mitsamt dem Privatauto ab. Beim Versuch, den Brand zu löschen wurde Lodegar Seidl von einem Granatsplitter getroffen und getötet. Auch der Rest des Gebäudes, besonders Fenster, Türen und Dach, wurden durch den Beschuss der einmarschierenden Sieger in Mitleidenschaft gezogen. 
 
 
Nach Ende des Krieges wurde der Betrieb der Werkstätte mit einem früheren Mitarbeiter fortgesetzt. 1960 kam dann der Vater der letzten Besitzerin in den Betrieb. Waschhalle und Ausstellungsraum wurden gebaut. 1965 wurde der Vertrag mit Ford abgeschlossen und es wurde der Kuchlbauer-Keller auf der anderen Straßenseite gekauft, um einen Ausstellungsraum zu bauen. Damit waren die Gebäude am Hellinger-Kreisel so verteilt, wie die meisten Abensberger das in Erinnerung haben. Ferdinand Hellinger heiratete eine Seidl-Tochter und führte Werkstatt und Ford-Verkauf fort. Der Übergang von „Seidl“ auf „Hellinger“ vollzog sich so leise, dass nicht einmal die Beteiligten sich genau erinnern können. Auf alle Fälle stand in den 70ern dann „Hellinger“  groß auf den Gebäuden beiderseits der Straße, was dann auch dem Kreisel seinen Namen gab. Der ehemalige Kuchlbauer-Keller ist inzwischen eine Apotheke und dort, wo Kelly Digitaldruck nun neu eröffnet, hat Ferdinand Hellinger Junior noch bis Mitte dieses Jahres Autos repariert. 

Autor: Anna Maria Mora

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