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25.10.2012 München/Abensberg

Übergabe der Resolution an den Bayerischen Ministerpräsidenten

Bekenntnis zum Grundgesetz


Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung übergab vergangene Woche die Resolution für Bayern und seine Bürger, die er gemeinsam mit 25 Imamen verabschiedet hat, dem bayerischen Ministerpräsidenten.

„Religionsfreiheit und das friedliche Zusammenleben der Religionen sind hohe Werte, nicht nur in Bayern, sondern auf der ganzen Welt. Leider treffen diese Werte nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Die Unruhen in den muslimisch geprägten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens der vergangenen Monate haben das gezeigt. Doch hat das einen Einfluss auf das Zusammenleben von Christen, Muslimen, Juden, Hindus und Buddhisten im Freistaat? Niemand kann diese Frage mit ja beantworten”, so der Bayerische Integrationsbeauftragte. 

 
„Doch leider versuchen Randgruppen immer wieder, genau das zu suggerieren. Die Muslime, die in unserer Mitte leben, bekennen sich aber genauso zu unserem Grundgesetz, unserer Verfassung und tolerieren unsere Werte, wie alle bayerischen Bürgerinnen und Bürger. Um das deutlich zu machen, habe ich mit 25 Vertretern der alevitischen und islamischen Gemeinden, vom Ditib-Landesverband, vom Zentralrat der Muslime, dem Islamrat, Milli Görüs, der alevitische Gemeinde Neufahrn, der afghanischen Gemeinde und VIKZ diese Resolution verabschiedet, die ich hiermit überreichen möchte”, so Martin Neumeyer, MdL aus Abensberg im Landkreis Kelheim. 
 
UND DARUM GEHT ES IN DER RESOLUTION: 
 
„Wie Sie ja sicherlich wissen, bin ich ein bekennender Christ”, begann Martin Neumeyer, MdL gestern seine Begrüßungsrede an die 25 Vertreter Moscheegemeinden, vom Ditib-Landesverband Bayern, dem VIKZ, dem Zentralrat der Muslime, verschiedener arabischer und indonesischer Gemeinden sowie der alevitischen Cem-Häuser und Imam Fadai von der afghanischen Gemeinde. „Ich denke aber, dass das beim Dialog sehr hilfreich ist, denn von Gläubigem zu Gläubigem redet es sich oftmals leichter. In der momentanen Situation ist es wichtig, dass wir miteinander reden. Die Wogen der Empörung schlagen gerade sehr hoch. Wir sollten gemeinsam versuchen, sie zu glätten. Schließlich leben wir in Bayern, hier ist unser Lebensmittelpunkt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Konflikte aus anderen Ländern auch bei uns aufflammen. Das Zusammenleben zwischen Muslimen, Christen, Juden und den Angehörigen der anderen Religionen ist von Frieden und Toleranz geprägt. Sicherlich gibt es auch Konflikte, aber die gibt es überall, sogar in den besten Familien”, so der Bayerische Integrationsbeauftragte.
 
Um in Bayern politischen und religiösen Randgruppen präventiv den Nährboden für ein Aufkeimen von Konflikten zu entziehen, haben die anwesenden Vertreter der islamischen und alevitischen Gemeinden gemeinsam mit dem Integrationsbeauftragten der Staatsregierung eine Resolution für Bayern und seine Bürger verabschiedet, in dem sie sich zum Grundgesetz und zur bayerischen Gesellschaft bekennen. „Ich denke, dass diese Resolution gerade in der momentan aufgeheizten Situation wichtig ist, da sie den Extremisten von Anfang an den Wind aus den Segeln nimmt”, so Martin Neumeyer, MdL.
 
 
Eine Resolution für Bayern und seine Bürger
 
Treffen des Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung mit bayerischen Imamen und Vertretern der alevitischen und islamischen Gemeinden am 20. September 
 
Die Religion ist ein wichtiger Teil des alltäglichen Lebens in Bayern. Dies gilt für Christen, Muslime, Juden ebenso, wie für die Angehörigen anderer Religionen, die hier leben. Momentan schlagen die Wellen der Empörung vor allem in den islamisch geprägten Staaten Afrikas und des Nahen Osten sehr hoch. Die Ausläufer dieser Wellen haben mittlerweile auch Deutschland erreicht. Gerade politische, wie religiöse Randgruppen versuchen dies für die eigenen Zwecke auszunutzen. Sie versuchen uns vorzutäuschen, dass unsere Gesellschaft entlang der religiösen Trennlinien geteilt ist. Dem ist nicht so.
 
Wir alle sind Teil einer Gesellschaft, in der jeder seine Religion frei leben kann. Damit diese Freiheit sich voll entfalten kann, bedarf es eines festen Fundaments. Dieses Fundament ist unsere Bayerische Verfassung und das Grundgesetz. Darauf berufen wir uns und daran halten wir fest.
 
Wir lassen nicht zu, dass gesellschaftliche Randgruppen oder auch Entwicklungen in ande­ren Ländern unseren gesellschaftlichen Frieden in Bayern nachhaltig gefährden. Der Samen für Freiheit und Friede wird in der Familie gelegt. Sie ist der Zellkern unserer Gesellschaft und aus ihr können Werte, wie Toleranz, Friede und gegenseitige Empathie erwachsen. Wir setzten uns dafür ein, diese Werte, wie auch die unseres Grundgesetzes in jeder Familie zu stärken.
 
In Kürze feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Vor über 20 Jahren haben sich die ehemals beiden deutschen Staaten wieder vereint. Vor kurzem erst haben die Bürgerinnen und Bürger der arabischen Staaten infolge des Arabischen Frühlings ihre eigene Kraft zur Veränderung wiederentdeckt. In Anbetracht dieser bedeutenden Ereignisse erscheint ein gemeinsames Auftreten aller Bürgerinnen und Bürger Bayerns für eine gemeinsame, tolerante und freie Gesellschaft nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich.
 
 
 
Hier machen wir einen ersten Schritt und bekennen uns zu Folgenden:
 
 
 
v  Unser Lebensmittelpunkt ist hier in Bayern und der bayerischen Gesellschaft
 
v Wir bekennen uns zur Grundsatz der freien Lebensentfaltung jedes Einzelnen
 
v Den Rahmen unseres Lebens und Handelns stellt das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung dar, zu denen wir uns bekennen
 
v Wir respektieren das Recht jedes Gläubigen auf freie Ausübung der eigenen Religion
 
v Wir setzen uns aktiv für eine geeinte Gesellschaft ein – in unserem eigenen sozialen wie gesellschaftlichen Umfeld
 
v  Wir stellen uns gemeinsam gegen jede Form des religiöse, wie politischen Extremismus, sowohl im In-, wie auch im Ausland
 
v Wir bekennen uns unwiderruflich zum säkularen Charakter unseres Staatswesens
 
v Wir lehnen jede Form der Gewaltanwendung als Mittel des politischen, gesellschaftlichen und familiären Umgangs miteinander ab.”
 
 
- Ende der Mitteilung.
 
Autor: pm/ik

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