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08.08.2012 Abensberg

Zum Gillamoos-Vorwurf der Freien Wähler

Schikane, Verschwörung und heiße Luft


Ordentlich Luft hat sich Harald Hillebrand gemacht. Der Abensberger Stadtchef der Freien Wähler sieht sich in Sachen Gillamoos von der Stadt und der Abensberger CSU irgendwie schlecht behandelt. Und überhaupt. Begeben Sie sich mit unserem geschätzten Hausautor auf den steinigen Weg der Halbwahrheitsfindung.

Vor Jahren lagen sich die Stadt Abensberg und Harald Hillebrand in den Haaren; Hillebrand hatte eine Gillamoos-Seite ins Internet gestellt, allerdings hat die Stadt die Rechte an der Marke Gillamoos - er schloss die Seite und Abensberg gestattete einem Privatmann, politisch nach außen nicht positioniert, eine Gillamoos-Seite zu betreiben. Die Hoffnung war klar - gebündelt Infos zum Gillamoos im Internet, die Stadt hat keine Arbeit damit - und auch keinen Ärger. 

 

Falsch. Hat sie doch. Zwar ist sie nicht verantwortlich für die Inhalte auf der Gillamoos-Homepage, aber Hillebrand vermutet, dass sie hier die Inhalte mit steuert. Den Grant hat er wohl noch, weil er die eigene Seite hat schließen müssen, und sein Misstrauen explodierte im letzten Jahr, als eine städtische Angestellte ausgerechnet die Freien Wähler im offiziellen Gillamoos-Flyer der Stadt vergessen hatte. Der jungen Frau, die dafür verantwortlich zeichnete, ist das heute noch peinlich - aber so wie es keine Zeitung ohne Druckfehler gibt, kann es auch passieren, dass ein offizielles Organ mal irgendwo was vergisst. Das darf man schon zugeben. Ein offizielles Organ wie eine Stadtverwaltung besteht ja auch aus Menschen. 

 

Nun denn - dieser Tage hat Hillebrand auf der von der Stadt geduldeten Gillamoos-Homepage nachgesehen und entdeckt, dass das Programm der Freien Wähler zum diesjährigen Politischen Gillamoos-Montag nicht darauf zu finden ist. Alle anderen Parteien waren enthalten. Und so schickte Hillebrand am Montag Brandbriefe an die Redaktionen, in denen der Vorwurf ziemlich heftig geführt wurde, die Freien Wähler würden gezielt schikaniert. „Der Gillamoos wird durch die Abensberger Stadtspitze politisch benutzt.” 

 

Das Problem: Er hat dem Betreiber der Seite nie eine Information über das FW-Programm zukommen lassen. Aber der Stadt hat er das Programm geschickt. Sie hat es für ihre eigenen Materialien verwendet (den Massenflyer, die Mappen für die Presseleute ...), aber - Achtung: - nicht weiter verschickt an den Betreiber der Gillamoos-Seite. Der arbeitet eigenverantwortlich, das steht auch so im Impressum. 

 

Der Stadt(-spitze, die grad in persona 1. BM Dr. Uwe Brandl in Urlaub ist) zu unterstellen, sie würde Zeit und Muße haben, den Betreiber einer ihr nicht unterstellten Internetseite zuzuflüstern, er solle FW-Infos, die der Seitenbetreiber nicht hat (!), nicht veröffentlichen, alles andere, auch zum Beispiel ein Ude-Auftritt, sei völlig schnuppe und also veröffentlichbar, ist aus der Luft gegriffen und erscheint haltlos.

 

Wie wäre der Umkehrschluss gewesen? Hätte die Stadt Abensberg die Informationen von Hillebrand, die sie für ihre Zwecke verwendet, an den Betreiber der Internetseite weiter geleitet - das wäre für Hillebrand der endgültige Beweis gewesen, dass die Stadt eben doch was mit der Internetseite zu tun hat. 

 

Dass sie das nun nicht getan hat und trotzdem einen Vorwurf kassiert, das lässt doch an den Satz denken: Die Verschwörung, die kommt nach dem eigenen Fehler, den man sich nicht eingesteht. 

Autor: Ingo Knott
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