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22.07.2012 München

Bordell-Affäre:

„Nehmt den bitte aus wie eine Weihnachtsgans.“


In der Bordell-Affäre um den inhaftierten Rotlichtkönig Bert Wollersheim hat die Düsseldorfer Kripo brisante Telefonate mit einem bekannten rheinischen TV-Moderator aufgezeichnet.

 Laut Telefonüberwachungsprotokollen, die dem Nachrichtenmagazin Focus vorliegen, bot der langjährige Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen Senders Ende Februar 2012 Wollersheim telefonisch eine Prostituierte an. Der Moderator schwärmte Wollersheim von „einer sehr hübschen Zigeunerin“ vor, die ein Freund in einem anderen Etablissement gesehen habe. Vielleicht könne sich Wollersheim die Frau anschauen. Dieser willigte ein. Der TV-Mann schränkte ein: Die Frau brauche keinen Zuhälter.

Ein Kronzeuge der Staatsanwaltschaft behauptete überdies Focus zufolge, dass „eine große Prominenz aus Funk und Fernsehen“, darunter ein bekannter Schlagersänger und ein Party-Gastronom, Kokain in den Bordellen konsumiert hätten.

In dem Mammutkomplex um Erpressung, Betrug und Raub führt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft inzwischen mindestens 80 Beschuldigte an. Ein Polizeisprecher sagte Focus bei bislang 130 Freiern bestehe der Verdacht, dass sie bei ihren Bordellbesuchen betrogen wurden. Einen süddeutschen Unternehmer soll um 72.000 Euro erleichtert worden sein. Zudem habe der mutmaßliche Kopf der Bordell-Ganoven bei einem bekannten Kunden aus dem Hochadel die Devise ausgegeben: „Nehmt den bitte aus wie eine Weihnachtsgans.“

Autor: Focus Kurzfassungen
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