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19.10.2012 Abensberg
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Cool bis zum Gefrierpunkt, lässig wie Sau


Sowas Verschrobenes aber auch. Die Titus Waldenfels Band gastierte im Jazzclub Abensberg und gab ein großartiges Konzert vor kleinem Publikum.

Drei Leute, aber ungezählte Instrumente. Es wird durcheinander gewechselt, als musikalische Basis sitzt Michael Reiserer am Schlagzeug, quetscht aber gern gleichzeitig das Akkordeon und singt (und auch noch gut) oder spielt auch mal die Singende Säge; mit dabei an diesem Abend ist die aparte Judith Jung, der es völlig wurscht ist, ob das, was sie da singt, jetzt cool ist oder vielleicht doch komplett daneben ist; haarscharf am peinlichen Moment, wo man die Cousine beim weihnachtlichen Singen echt vom Sofa schubsen möchte, weil sie sich gar so reinsteigert und gar nicht schämt und so schräg singt … aber: natürlich ist das nicht schräg, es ist herrlich, es ist sehr gekonnt und es ist derart frei von aller möglichen Bühnen-Coolness, dass man laufend applaudieren möchte, sogar als Journalist. Wer Lieder SO serviert, der ist längst über den Anspruch hinaus, unbedingt den Geschmack der Massen treffen zu müssen; nein, wer das so macht, der hat viel, viel Spaß ... und weiß, was er kann - eine ganze Menge. Titus Waldenfels himself sitzt und spielt alle möglichen Instrumente (Gitarre, Bass, auch mal mit den Füßen, Banjolele, Lap Steel, Strohvioline …) und hat seinen Spaß - alle drei haben ihren Spaß, und so ist auch die Musik: ein großer, beschwingter Spaß, handmade, aber niemals folkig-langweilig, sondern meist im Western Swing-Kleid, dazu kommen völlig zer-, ach was: über-dehnte Versionen alter Stimmungslieder, und ein wenig schade ist, dass das Abensberger Center an diesem Montagabend NICHT bummsvoll ist, denn dieses Trio hätte einfach mehr Zuhörer verdient. 

 

 

Über die vielfältigen Projekte und die hohe Musikalität von Titus Waldenfels kann man sich im Internet schlau machen. Die Abensberger Wochenblatt-Redaktion wollte nur schnell ein bisschen lobhudeln und mit den Bildern angeben, die an diesem Abend gemacht worden sind. 

Autor: Ingo Knott

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