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27.09.2012 Deutschland
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Aimee Mann: Charmer


Ein bisserl schlapp ist das neue Album der grundsätzlich tollen Aimee Mann geworden. Charmer heißt die Scheibe, und sie ist sehr, sehr lässig; so lässig, dass einem irgendwann doch ein paar echte Melodien abgehen.

Etwas enttäuschend ist das schon, waren doch vor allem die beiden letzten Alben von Aimee Mann, betitelt @#%*Smilers und The Forgotten Arm (das Weihnachtsalbum lassen wir mal außen vor), von einer zupackenden Intensität, die man bei Singer/Songwriter-Alben halt doch oft vermisst. Das ist immer ganz schade, denn die Geschichten, die da erzählt werden, die sind es oft wert, gehört zu werden. Aber ohne Melodie? Dafür sind Bücher da. Bob Dylan ist nur in den allerseltensten Momenten catchy. 

 

Aimee Mann ist nun nie wirklich schrecklich, natürlich nicht, dafür ist diese Produktion auch wieder zu schön, zu satt schimmernd, es ist alles kuschlig hier in Charmer. Allerdings ist immer kuscheln auch komisch. Natürlich muss sie niemandem was vormachen, diese zauberhafte Grazie, und vielleicht ist es eine Haltung, die man später würdigen wird - nicht hochnäsig, sondern ziemlich tief gestapelt, ein Schlendern durch den Indiefolk, wie ihn arty people gern genießen. 

 

Und dabei in Schönheit sterben.

 

Charmer ist keine schlechte Platte, aber wer Aimee Mann mag, der sollte, so er sie nicht hat, die letzten beiden Studioalben (s. oben) mal probehören. Die aktuelle Veröffentlichung ist leider nur bedingt ein direkter Kauf-Tipp. 

Autor: Ingo Knott
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