05.01.2017 Wallersdorf

Polizei ermittelt wegen Unfallflucht

Tschechische Lkw-Fahrer sorgen für Verkehrschaos bei Wallersdorf

Blaulicht Polizei
Eine regelrechte Chaosfahrt hat eine tschechische Lkw-Besatzung am Mittwochabend in Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau) hingelegt.

Am Mittwochabend, gegen 19.45 Uhr, wollte ein tschechischer Lkw-Fahrer eigentlich zu einem Logistik-Zentrum in Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau) fahren. Der 54-Jährige steuerte den unbeladenen Sattelzug mit Planenaufbau stattdessen in Richtung Ortsmitte von Wallersdorf. Die dortige Bahnunterführung ist allerdings nicht für derart hohe Fahrzeuge ausgelegt, sodass der Auflieger an einer Warnbake der Brücke hängen blieb und hierbei stark verschoben wurde.

Unbeeindruckt von der Kollision setzte der Lkw-Fahrer seine Fahrt in Richtung Pilsting und schließlich in Richtung Großköllnbach fort. Unmittelbar vor der dortigen Autobahnauffahrt wurde der in bedenklicher Schieflage befindliche Planenaufbau von einer heftigen Windböe erfasst und gegen einen Autobahnwegweiser der A 92 geschleudert. Der komplette Aufbau, bis auf die beiden hinteren Türen, war vom Fahrgestell abgetrennt worden und blockierte nun die Fahrbahn.

Trotzdem wurde die Fahrt mit Ziel Wallersdorf fortgesetzt. Auf dem Weg dorthin wurde noch einen Fahrerwechsel zu einem 40-Jährigen vollzogen, weil man immerhin die Lenk- und Ruhezeiten penibel einhalten wollte. Zurück in Wallersdorf wurde nun die richtige Ausfahrt genommen und die Besatzung kam ihrem Ziel immer näher. Wie schon erwähnt, pendelten die hinteren Türen im Fahrtwind und erfassten in Folge zwei Pkw im Gegenverkehr – zunächst den Toyota eines 23-jährigen Reisbachers und 400 Meter weiter ebenfalls einen Toyota eines 55-jährigen Dingolfingers.

Der Lkw-Fahrer setzte ebenfalls die Fahrt ohne anzuhalten fort, bis der Chaos-Lkw endlich das Logistikzentrum erreichte. Dort wurde die Besatzung auch schließlich von der Polizei in Empfang genommen. Gegen beide Fahrer wird nun wegen Unfallflucht ermittelt. Bei der Odyssee entstand ein Gesamtsachschaden von annähernd 30.000 Euro, verletzt wurde Gott sei Dank niemand.

Autor: dc/iw

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