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28.09.2012 Dingolfing

FDP-Europaabgeordnete Nadja Hirsch besucht Landkreis

"Kommunen und Europa die wichtigsten Ebenen"

Nadja Hirsch Landrat
Foto: Stefan Klein
Bei ihrem Besuch im Landkreis Dingolfing-Landau am Donnerstagnachmittag war die FDP-Europaabgeordnete Nadja Hirsch auch im Landratsamt eingeladen. Neben dem Eintrag ins Goldene Buch des Landkreises nahm sich die Europaparlamentarierin (sitzend) auch Zeit für ein Gespräch mit Landrat Heinrich Trapp (2. v.re.).

Dieser stellte der "liberalen Stimme Bayerns in Europa" kurz den Landkreis und dessen zahlreiche Stärken, aber auch Sorgen vor. Damit rannte Trapp bei Frau Hirsch offene Türen ein: Sie könne die Probleme etwa mit den Kreiskrankenhäusern sehr gut nachvollziehen, sei sie doch selbst sieben Jahre im Münchner Stadtrat mit kommunalpolitischen Angelegenheiten befasst gewesen. 

 

"Ich sage ja immer, auch wenn es Bundestags- und Landtagsabgeordnete nicht gerne hören, dass die kommunale und die europäische Ebene am wichtigsten sind", brachte Hirsch ihr politisches "Glaubensbekenntnis" auf den Punkt. Deswegen liege ihr viel daran, dass diese beiden Ebenen mehr miteinander kommunizierten. Zurzeit sei sie im Europäischen Parlament mit der Frage der Wanderarbeiter befasst und zudem Berichterstatterin in Sachen Integration - eine Thematik, die auch der Landrat zuvor angeschnitten hatte. "In Europa können wir die Rahmenbedingungen setzen, aber die Umsetzung erfolgt vor Ort", so Hirsch.

 

Mit Integration und Migration zusammen hängt, im europäischen Maßstab, das Thema Jugendarbeitslosigkeit. In Deutschland kein großes, in anderen europäischen Ländern, namentlich Spanien, ein gravierendes Problem. Ob gut ausgebildete Fachkräfte aus anderen Ländern auch für Betriebe im Landkreis interessant seien, fragte die Liberale. Gut vorstellbar, meinte Trapp und wies in dem Zusammenhang auf ausbildungsunfähige Jugendliche hin, die gerade dem mit der Jugendhilfe befassten Landkreis einigen Kummer bereiten. Er könne als Kommunalpolitiker nur vor dem geplanten Betreuungsgeld warnen. Worauf ihm Hirsch versicherte, dass auch die EU-Kommission das Betreuungsgeld nicht gutheiße.

 

Zur erst kürzlich im Kreisausschuss kontrovers diskutierten Frage, ob der Beitritt zur Europaregion Donau-Moldau oder der zur europäischen Metropolregion München dem Landkreis mehr nütze, sagte die FDP-MdEP, dies sei immer eine Sache der Abwägung zwischen den notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, also den Kosten, und möglichen Fördergeldern aus europäischen Töpfen.

 

Zum Eintrag ins Goldene Buch versammelten sich abschließend Nadja Hirsch, Landrat Trapp, der FDP-Landtagsabgeordnete Dietrich von Gumppenberg (3. v.li.), der Landshuter FDP-Bezirksrat Toni Deller (2. v.li.) und der FDP-Kreisverbandsvorstand (li. der Vorsitzende Franz Egerer). 

Autor: Stefan Klein

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