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23.10.2012 Dingolfing

Viel Wissenswertes im BMW Werk Dingolfing

Symposium zeigt Trends im Karosserieleichtbau


Das 6. Landshut-Ingolstädter Leichtbausymposium fand im BMW Werk in Dingolfing statt. Die Veranstalter von den Hochschulen Landshut und Ingolstadt sowie dem Leichtbau-Cluster freuten sich über mehr als 100 Fachleute, die sich in Fachvorträgen sowie einer Besichtigung der Automobilproduktion über neue Leichtbautrends in der Karosserietechnik informierten.

Der stellvertretende Werkleiter Xaver Franz sowie der Präsident der Hochschule Landshut, Professor Dr. Karl Stoffel, begrüßten die Teilnehmer und stellten die in den vergangenen Jahren wachsende Bedeutung des Leichtbaus insbesondere in der Automobilindustrie dar. Der Leichtbau in der Karosserietechnik nehme auch für die BMW Group einen immensen Stellenwert ein, so Franz. Der Ruf nach neuen und nachhaltigen Konzepten für Karosserien, effizientem Materialeinsatz und energieeffizienten Fertigungsverfahren werde immer lauter.

 

Prof. Stoffel betonte den Stellenwert der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Eine wertvolle Hilfestellung biete hier der Leichtbau-Cluster der Hochschule Landshut: er unterstütze u.a. Kooperationen und Qualifizierungsmaßnahmen, um gemeinsame Projekte und Maßnahmen sowie die fachliche Weiterbildung von Unternehmensmitarbeitern zu ermöglichen.

 

In sechs Fachvorträgen beleuchteten renommierte Referenten Leichtbautrends in der Automobilproduktion, moderiert durch die Initiatoren der Veranstaltung, Professor Dr. Otto Huber (Hochschule Landshut) und Professor Dr. Jörg Wellnitz (Hochschule Ingolstadt). Zukünftige Herausforderungen gerade durch die Elektrifizierung von Fahrzeugen beleuchtete Dr. Peter Urban, Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen. Diese bedeute auch zusätzliches Gewicht durch schwere „Batteriepakete“, was Konsequenzen auf die Auslegung der Karosserie habe.

 

Mit vielen Beispielen und Anregungen fesselte Professor Dr. Wellnitz das Plenum in seinem Vortrag „Automobile Wege ins 21. Jahrhundert - Fahrzeuge bewohnen unseren Planeten“. Das Wachstum von produzierten Automobilen sei um ein Vielfaches höher als das der Menschheit. Dabei sei das Auto nicht nur Fortbewegungsmittel, es könne auch Wohnraum sein, geliebt werden und in der Familie einen hohen Stellenwert einnehmen.

 

Wie trotz verbessertem Insassenschutz, besserer Ausstattung und einem längeren Radstand durch Mischbauweise Verbrauchs- und auch Gewichtsreduktion in der Karosserie erreichbar ist, zeigte Philipp Kellner (Porsche AG) am aktuellen Porsche 911. Am Beispiel des neuen 6er Gran Coupés der BMW Group zeigte Holger Stauch den spezifischen Einsatz von Leichtbau-Werkstoffen unter Berücksichtigung der Berechnung und Verfahren in der anschließenden Fertigung (Foto). Den Trend, in der Fahrzeugproduktion Modulbaukästen zu verwenden, erörterte Professor Dr. Bernd Griesbach von der Hochschule Ingolstadt. Hierdurch könnten Standardisierungs- und Skalierungseffekte genutzt werden, Voraussetzung sei eine Architekturgleichheit.

 

Mit einem Rundgang durch die laufende BMW-Produktion im Werk Dingolfing wurde das Leichtbausymposium abgeschlossen. Den Teilnehmern wurde bei der zweieinhalbstündigen Besichtigungstour Einblick in das Presswerk, den Karosseriebau und in die Montage gewährt. Hier konnten Fachspezialisten aus dem Hause BMW den hochinteressierten Teilnehmern die komplexen und ineinandergreifenden organisatorischen Aufbau- und Ablaufstrukturen, die zur Herstellung des Fahrfertigen Automobiles näher bringen, so Marc Bicker, Manager vom Leichtbau-Cluster.

Autor: iw

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