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04.10.2012 Landau/Landshut

Zehn Monate ohne Bewährung für Produktionshelfer

Gras und Speed im Hinterzimmer


Weil Durst und Hunger der Gäste zu wünschen übrig ließen, handelte ein ehemaliger Landauer Wirt im großen Stil mit Drogen. Derzeit verbüßt er dafür eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren, ist aber als Kronzeuge gegen seine einstigen Kunden inzwischen „Stammgast” in Landshuter Gerichtssälen.

So auch gegen einen 26-jährigen Landauer Produktionshelfer, der sich vor der 5. Strafkammer des Landshuter Landgerichts für seine Drogeneinkäufe eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung einfing.

 

Der Wirt hatte bis Ende 2010 - am Heiligen Abend klickten bei ihm die Handschellen - als „Nebenerwerb” einen schwunghaften Handel mit Drogen betrieben, wobei er sich den Stoff - das gesamte „Programm” von Marihuana bis Heroin - bei Einkaufsfahrten nach Holland bzw. auf den Vietnamesenmärkten in Tschechien besorgte. Nach seiner Festnahme hatte er umfassend ausgepackt, unter anderem seine Begleiterinnen bei den Einkaufsfahrten, aber auch seine Abnehmer namhaft gemacht.

 

Zu ihnen gehörte auch der Landauer Produktionshelfer, der schon seit seiner Jugend „Gerichtserfahrung” gesammelt hatte - zumeist allerdings wegen vorsätzlicher bzw. gefährlicher Körperverletzung. Er hatte, nach den Angaben des Wirts, nicht nur zu den Stammgästen, sondern auch zu den Stammkunden gezählt.

 

Zwischen Mai und Juli 2010 habe er zumindest in vier Fällen jeweils 20 bis 30 Gramm Marihuana und bei weiteren fünf Deals jeweils bis zu fünf Gramm Amphetamin erworben. Und, was den 26-Jährigen besonders belastete: Das Rauschgift sei jeweils auf Kommission übergeben worden und sei größtenteils zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt gewesen.

 

Wegen illegalen Erwerbs und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln handelte sich der Produktionshelfer beim Amtsgericht Landau eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ein, die in Anbetracht seiner zahlreichen Vorstrafen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dagegen legte der 26-Jährige Berufung ein. Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts räumte er die Einkäufe ohne Abstriche ein, bestritt aber, die ihm vom Wirt angelasteten Weiterverkäufe: „Das war alles für den Eigenkonsum.”

 

Nachdem sich auch der Wirt seiner Sache nicht mehr so sicher war, kam es zu einer Verständigung unter den Prozessbeteiligten, in deren Rahmen man sich auf eine Gesamtstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung für illegalen Drogenerwerb einigte. In das Strafmaß einbezogen wurde eine Verurteilung des Produktionshelfers aus dem Jahr 2011. Damals hatte er sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung sechs Monate ebenfalls ohne Bewährung eingehandelt. Außerdem wurde inzwischen auch noch die Bewährung für eine Verurteilung zu vier Monaten wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis widerrufen, so dass der Mann bis Mitte nächsten Jahres hinter Gittern sitzen wird.

Autor: ws

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