14.03.2012 Landau/Münnerstadt

Landauer bezwingt den Braveheartbattle Run

Tobias Wilde schafft es durch die "Hölle"


Der Landauer Extremsportler Tobias Wilde (23) hat mit seinem Team den Braveheartbattle Run in Münnerstadt, das wohl härteste Rennen seiner Art in Deutschland, auf bravouröse Weise überstanden.

Temperaturen um die 6 Grad und 1 Grad Wassertemperatur zählten mit zu den schlimmsten Herausforderungen des 24-Kilometer-Laufes mit 45 Hindernissen. Um 12.30 Uhr stand das um Tobias Wilde mit Ulli Kuschal, Tobias Führmann, Stefan Berger, Oliver Weinberger und Sandro Presotto aber noch gut gelaunt vor tausenden von Zuschauern unter den ersten 200 Startern bereit.

 

Gleich nach dem Start ging es einen Hang durch den Wald hinunter und kurz darauf stand der befürchtete „Hangmann“ bevor. Mit bloßer Kraft musste man sich über einen etwas breiteren Bach hinüber hangeln. Hier fiel Wilde kurz vor dem anderen Ufer ins eiskalte Wasser. Trotzdem ließ die Stimmung im Team nicht nach. Bei der nächsten Brücke ging es dann, kriechend im Schlamm, unten durch und danach ein paar Mal bis zum Bauchnabel durchs Wasser, ehe man vor einem Schlammloch stand. Insgesamt vier solch tiefe Löcher mussten überquert werden, das war alleine unmöglich zu schaffen. Doch mit viel Teamgeist überwand man gemeinsam die Hindernisse. Anschließend liefen alle vier Kilometer durch Bachläufe mit Dornengestrüpp und über umgefallene Bäume, ehe es wieder auf dem Boden weiter ging.

 

Das schlimmste und heftigste Hindernis des ganzen Braveheartbattle Run stand dem Team im Anschluss bevor, das „Loch Ness“. Eine Distanz von 20 Metern bis zum anderen Ufer galt es zu schwimmen, selbst für den Landauer Extremsportler eine neue Erfahrung. Rettungsboote und Rettungstaucher standen bereit.

 

Bei den sehr kalten Temperaturen und durch den Wind war das anschließende Weiterlaufen zum „Killing Hill” kein Kinderspiel mehr. Dieser machte seinem Namen alle Ehre. Bei leichtem Schneeregen ging es quer durch den extrem steilen Wald mit vielen Hindernissen. Oben angekommen, wartete die 12-Kilometer-Marke auf die Sportler. Damit war die Hälfte des Laufes geschafft.

 

Aufgewärmt durch etwas Tee, wurde das nächste Hindernis, ein Container voll mit Wasser und Stroh, in Angriff genommen. Mit nassen T-Shirts und vor Kälte tauben Füßen ging es nun wieder bergab. Große Vorsicht war bei jeden Tritt geboten, um Verletzungen zu vermeiden. Hier sah man Läufer, die von der Bergwacht versorgt wurden oder von Krämpfen geplagt einfach den Berg hinunter fielen. Bis zum Ziel war es eine Qual.

 

Unterkühlt und mit Krämpfen kämpften sich Tobias Wilde und seine Kameraden weiter und ließen niemanden zurück. Die letzten Kilometer wurden von vielen Zuschauern begleitet. Das tat dem Team sehr gut. Es ging wieder durch das Schlammloch und durch einige Bäche bis zum letzten Anstieg. Die Stimmung war nun einzigartig, denn das Erahnen des Zieles mobilisierte die letzten Kräfte.

 

Gemeinsam liefen alle Teammitglieder nach knapp 4,5 Stunden durch das Ziel. Durch das Warten an manchen Hindernissen wurde eine halbe Stunde Zeit verloren. Überglücklich und erschöpft erhielten alle zum Abschluss die begehrte „Medal of Honor“ und ein Finisher Shirt.

 

Und obwohl selbst Tobias Wilde zeitweise an seine Grenzen geraten war – er wird es wieder tun und neue Herausforderungen suchen.

Autor: kx

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