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24.08.2012 Dingolfing

Gewalttdelikte ums Atrium deutlich zurückgegangen

Der "Warnschuss" war ein Erfolg

Atrium Sicherheit PK
Foto: Stefan Klein
Die Zahl der Gewaltdelikte rund um die Dingolfinger Diskothek Atrium ist im ersten Halbjahr 2012 gegenüber 2011 deutlich zurückgegangen. Das schreibt das Landratsamt seinem "Warnschuss", einer Verkürzung der Öffnungszeiten, von Ende letzten Jahres zu.

Es war Ende letzten und Anfang dieses Jahres der Aufreger für viele junge Leute im Landkreis: Die Betriebszeitverkürzung (landläufig „Sperrzeit“ genannt) für die Dingolfinger Diskothek „Atrium“. Das Landratsamt hatte die auf 3 Uhr verkürzten Öffnungszeiten wegen einer starken Zunahme von Gewaltdelikten vor allem im Umfeld der Disko verfügt – und Landrat Heinrich Trapp war bei vielen als Buhmann dagestanden, wovon zahlreiche Kommentare im Internet und umfangreiche Unterschriftenlisten zur „Rettung der Nacht“ zeugen.

Inzwischen sehen sich der Landrat und die zuständige Abteilungsleiterin Elisabeth Fischer bestätigt, wie sie bei einem Pressetermin mit Stephan Lehner, Leiter der Polizeiinspektion Dingolfing, sagten. Schließlich habe der Betreiber erst auf diese Sanktion hin reagiert und ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet, während zahlreiche Gespräche zuvor nichts gefruchtet hätten. Seit März darf das Dingolfinger „Night Life Center“ (nach einer „Bewährungszeit“ im Februar) wieder bis 5 Uhr öffnen – was heißt, das Konzept funktioniert.

 

Wie Lehner anhand der Fallzahlen eindrucksvoll belegte: Nach 32 einfachen/vorsätzlichen Körperverletzungen im zweiten Halbjahr 2011 sei deren Zahl auf sechs im ersten Halbjahr 2012 zurückgegangen, die gefährlichen Körperverletzungen von 13 auf fünf. Ein „Rückgang um etwa zwei Drittel in allen Bereichen“, so der Inspektionschef. Aus polizeilicher Sicht sei der „Warnschuss“ also ein Erfolg gewesen. Dass das Atrium aufgrund seiner Größe und damit verbundenen Besucherzahl ein „Brennpunkt“ bleiben werde, sei jedoch logisch.
Vor allem die Zusammenarbeit mit dem neuen, „sehr professionellen“ Sicherheitsdienst lobte Lehner. Es gebe kaum Personalwechsel, so könne sich ein Vertrauenverhältnis aufbauen – „und die Mitarbeiter treten auch nicht wie zuvor selber als Tatverdächtige in Erscheinung“. Mittlerweile werde auch der Parkplatz überwacht, vor kurzem erst sei die Polizei von der Security auf einen Drogendealer dort aufmerksam gemacht worden, was früher undenkbar gewesen sei.
Elisabeth Fischer betonte, die Verkürzung der Betriebszeit sei nicht von heute auf morgen gekommen. Man habe zuvor viele Gespräche geführt, aber „nur durch unsere Maßnahme hat der Betreiber das Konzept umgesetzt“. Man werde die Situation rund um das Atrium weiter genau beobachten: „Sollte da zurückgefahren werden, werden wir sofort reagieren.“ Genauso bleibt die Polizei laut Lehner beim Atrium stets präsent. Dies sei schon aus einsatztaktischen Gründen wichtig.

Autor: Stefan Klein

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