Landratsamt akzeptiert Sicherheitskonzept
Betriebszeit für das Atrium wieder verlängert

„Das Landratsamt hatte im Einvernehmen mit der Polizei im Dezember 2011 die Notbremse gezogen und die Öffnungszeiten zurückgefahren, nachdem es im Umfeld der Disco zu einer Reihe von schweren Körperverletzungen gekommen war", heißt es in der Pressemitteilung vom Freitag.
Das Landratsamt habe jahrelang gefordert, dass mehr und qualifizierteres Sicherheitspersonal eingesetzt werden müsse und eine kontinuierliche Überwachung des Parkplatzbereiches endlich umgesetzt werde. An den vergangenen Wochenenden habe das neue Konzept bereits eine deutliche Wirkung gezeigt, so dass nur noch kleine Zwischenfälle verzeichnet wurden, die sich in einem für eine Diskothek dieser Größenordnung normalen Rahmen bewegten. Größere Zwischenfälle, insbesondere schwere Körperverletzungsdelikte, wie sie in der Vergangenheit bereits an der Tagesordnung gewesen seien, kamen nicht mehr vor.
In diesem Zusammenhang legt Landrat Heinrich Trapp jedoch Wert auf die Feststellung, dass die wesentlichen Punkte des „neuen“ Sicherheitskonzeptes Forderungen und Auflagen beinhalten, deren Umsetzung das Landratsamt bereits seit Jahren gefordert hatte. Diese seien nicht, wie in verschiedenen Presseberichten behauptet, von Mitgliedern der Jungen Union erarbeitet wurden. Trapp: „Dazu müsste ein Discothekenbetreiber schon selbst in der Lage sein, vor allem wenn ihm die Sicherheitsbehörden wiederholt die Defizite aufzeigen.“
Auch die angesprochene Gesprächsrunde zwischen dem Diskothekenbesitzer sowie Polizei und Landratsamt sei nicht auf Vermittlung der Jungen Union zustande gekommen. Ähnliche Gesprächstermine hätten während der letzten zehn Jahre wiederholt, teils sogar mehrfach pro Jahr, auf Anregung des Landratsamtes und der Polizeiinspektion Dingolfing stattgefunden, ohne dass es hierzu einer Vermittlung Dritter bedurft hätte.
Wären die bei diesen Gesprächen vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen bereits früher umgesetzt und dauerhaft eingehalten worden, hätte es zu derart einschneidenden Maßnahmen wie einer Betriebszeitbeschränkung nicht kommen müssen, so das Landratsamt.
Der Jungen Union spricht der Landrat dabei eine „Gschaftlhuber-Rolle“ zu. Es sei schon bedenklich, wenn sich eine politische Jugendorganisation gegen Landratsamt und Polizei stellt, wenn diese Maßnahmen ergreifen müssten, weil zu viele junge Menschen zu Schaden kommen und ärztliche Hilfe brauchen.
Das Landratsamt habe die Entscheidung der Betriebszeitenverkürzung nicht leichtfertig getroffen. Aufgrund der massiven Vorfälle, verbunden mit wiederholten schweren Körperverletzungen, habe sich das Landratsamt jedoch zu dieser Maßnahme im Sicherheitsinteresse der jugendlichen Lokalgäste gezwungen gesehen, nachdem der Betreiber der Diskothek dieser eigentlich ihm obliegenden Verpflichtung nur unzureichend nachgekommen sei. Umso erfreuter registrierten nun Polizei und Landratsamt, dass die Umsetzung des neuen Sicherheitskonzeptes so schnell Wirkung gezeigt habe und damit eine Lockerung der Betriebszeitregelung ermöglicht wurde.
Landrat Trapp hoffe, dass die Sicherheitsmaßnahmen nicht nur kurzfristig unter dem Eindruck der Betriebszeitbeschränkung, sondern dauerhaft und konsequent eingehalten werden. Trapp kündigte an, er werde selbst mal in der Disco vorbeischauen und wolle sich ein eigenes Bild von den verbesserten Verhältnissen machen. Wenn sich die Jugendlichen darüber hinaus verantwortungsbewusst und vernünftig im Umgang mit alkoholischen Getränken zeigten, steht künftig einem unbeschwerten und uneingeschränkten Feiervergnügen, wie in den anderen Discotheken des Landkreises, nichts mehr im Wege.
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