06.02.2013 Moosburg

Funkmast neben Kindergärten aktiviert

Telekom schert sich erneut nicht um Vereinbarungen


Erst ein Gespräch, dann einschalten? Von wegen! Die Bürgermeisterin von Moosburg, die Eltern und die Kindergartenleitung sind „sehr irritiert“.

Die Moosburger Bürgermeisterin Anita Meinelt fiel aus allen Wolken: Hatte ihr die Telekom doch in einem Schreiben am 17. Februar angekündigt, den umstrittenen Mobilfunksender in der Poststraße in der fünften Kalenderwoche zu aktivieren. Die Bürgermeisterin schrieb postwendend zurück und bat um einen Aufschub und einen Gesprächstermin, damit die Stadt alternative Standorte vorschlagen könne. „Die Antwort der Telekom war: Gerne sprechen wir mit Ihnen und bieten einen Termin an“, sagte Meinelt zum Wochenblatt.

Am Mittwoch vergangener Woche trafen sich dann Vertreter der Telekom mit Anita Meinelt, Bauamtsleiter Reinhard Dick und Kindergartenleiterin Schwester Renate. Der Kindergarten St. Kastulus befindet sich, wie auch eine heilpädagogische Kindertagesstätte, sehr nah bei dem Funkmast. Meinelt: „Für mich war ganz klar, wir reden jetzt erst, und dann wird eingeschaltet.“ Doch als die Bürgermeisterin auf eine Strahlenmessung vor und nach der Inbetriebnahme des Funkmasts bestand, eröffnete die Telekom, dass der Mast bereits sende.
 
„Keiner von uns hatte damit gerechnet – das war schon sehr irritierend“, sagte Meinelt. „Dann war das Gespräch ja völlig überflüssig“, sagte sie zu den sehr höflich auftretenden Telekom-Vertretern. „Nein, nein“, antworteten diese. „Wir suchen ja den Kontakt zu den Bürgern und zu den Kommunen.“
 
„Es war ärgerlich!“, meint auch Schwester Renate. „Man kommt sich blöd vor! Es war ausgemacht, dass dieses Gespräch stattfindet, um nach Alternativstandorten zu suchen.“ Die Eltern des Kindergartens hatten außerdem Unterschriften gegen die Aktivierung des Masts gesammelt. Diese mussten bis zwei Tage vor dem Gespräch bei der Telekom eingereicht werden. Schwester Renate: „Das war alles für die Katz!“
 
Anita Meinelt bemüht sich derzeit um die Aufnahme Moosburgs in die Fördermaßnahme für Mobilfunkmessung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Dann würden regelmäßige Messungen im Kindergarten stattfinden. Zudem hat sie sich mit dem Landesamt für Umwelt in Verbindung gesetzt und eine Messung der Strahlenwerte beantragt. Die Schwestern und Mitarbeiter des Kindergartens werden einen Tag lang ein Dosimeter am Arm tragen und damit die Strahlendosis ermitteln.
 
Moosburgs Bürgermeisterin hat einstweilen eine Mitarbeiterin des Bauamtes hauptamtlich mit dem Fall betraut. „Wir müssen jetzt alles in die Weg leiten und da noch einmal richtig reingehen“, kündigt sie an. Das Verhalten der Telekom verwundert sie schon sehr: „Denn auch die Eltern der Kinder in den Kindergärten sind Telekom-Kunden!“
Autor: aha

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