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09.07.2012 Eching

16-Jähriger wollte Geburtstag feiern

Polizei verhinderte groß dimensionierte Facebook-Party

facebook
Foto: Facebook
Am 26. Juni erfuhr die Neufahrner Polizei, dass ein 16-jähriger Neufahrner in Facebook viele über seinen eigenen Freundeskreis hinaus zu seiner Geburtstagsfeier für letzten Freitag (06.07.) eingeladen hatte.

Seine Gäste sollten sich um 20 Uhr am Neufahrner Bahnhof einfinden. Den Feierort deutete er nur an. Über 600 sagten zu.
Der Jugendbeamte der PI Neufahrn belehrte den Partygeber, dass die Veranstaltung so nicht rechtens sei und forderte ihn auf sie im sozialen Netzwerk zu widerrufen. Dem kam er zwar Mitte letzter Woche offiziell nach, rührte aber in Facebook heimlich weiter die Werbetrommel. Er verlegte den Treffpunkt zur S-Bahn-Station Eching und den Feierort an einen kleinen Baggersee in Fußmarsch-Nähe.
Die Neufahrner Polizei erwirkte von den Gemeinden Eching und Neufahrn für ihre Gebiete ein für letztes Wochenende (06.-08.07) gültiges Feierverbot für eine Facebook-Party und stellte es am Freitag (06.07.) Vormittag dem nunmehr 17-jährigen zu. Angesichts des Verbotes wollte der bislang beratungsresistente Jugendliche mit der Polizei kooperieren, obgleich er keinen Einfluß mehr auf rund 140 Gäste hatte, die fest zugesagt haben.
Die Neufahrner Polizei hat sich mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei, des Erdinger Einsatzzuges, der Bundespolizei und der DB-Sicherheit am Freitagabend auf die Ankunft der Partygänger gut vorbereitet. Rund 60 Einsatzkräfte nahmen an die fünfzig Gäste zwischen 16 und 20 Jahren mit Alkohol-Proviant am Bahnsteig in Empfang, stellten deren Personalien fest und veranlassten sie zur Heimreise. Der Veranstalter ließ sich in Eching nur kurz blicken und ward dann nicht mehr gesehen.
Nachdem sich der Polizeieinsatz via Handy schnell herumgesprochen hatte, stiegen die mit der S-Bahn Anreisenden in Eching nicht mehr aus, sondern fuhren nach Pulling weiter, wo nunmehr die Geburtstags-Party am See steigen sollte.
Ein Großteil der Einsatzkräfte reiste dem 100-köpfigen Party-Volk nach, erfasste ihre Namen und verwiesen sie in Absprache mit der PI Freising des Platzes. Starke Regenschauer trugen dazu bei, dass sie sich zügig zur S-Bahn begaben und abgefeiert heimfuhren. Nach 23.00 Uhr konnte der Neufahrner Inspektionsleiter alle Kräfte aus dem aufwändigen aber dennoch friedlich und verletzungsfrei verlaufenen Einsatz entlassen.
Aus polizeilicher Sicht war es notwendig gegen die unstrukturierte Veranstaltung ohne jegliches Sicherheits-, Müll- und Jugendschutzkonzept vorzugehen, um Schäden bzw. Gefahren für die  Besucher, die Allgemeinheit und die Umwelt abzuwenden.
Gegen den Veranstalter wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil er öffentlich zu einer Vergnügung ohne vorherige Anmeldung bei der zuständigen Gemeinde eingeladen hat.
Außerdem wird genauestens geprüft, inwieweit ihm die Kosten für den Polizeieinsatz auferlegt werden können. 

Autor: fw

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