02.02.2012 Neufahrn
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Zwei Millionen teuer und dennoch bislang nur Zierde

In dieser Mensa bleibt der Magen leer

Die nagelneue Mensa am Oskar-Maria-Graf Gymnasium
Foto: ec
Millionenschwer und trotzdem leer: Zum Leidwesen der Schüler am Oskar-Maria-Graf Gymnasium ist die Mensa nach achtjähriger Bauzeit noch immer nicht in Betrieb. "Rechtliche Probleme bei der Küchenausschreibung" sollen der Grund sein.

Im Jahr 2004 wurde das achtjährige Gymnasium (G8) auch in Bayern eingeführt, völlig ohne Plan und viel zu überhastet, wie Kritiker seither immer wieder betonen. Ein Bestandteil des G8-„Konzepts“ ist u. a. der verpflichtende Nachmittagsunterricht. Dies setzt eine entsprechende Verpflegung mit warmem Mittagessen voraus. Auch am Oskar-Maria Graf (OMG) Gymnasium – wo zur Zeit exakt 999 Kinder völlig unwürdig an ein paar alten Biertischen, auf dem Boden hockend oder stehend essen müssen – hat man 2004 den Antrag auf Mittagsversorgung und eine Mensa gestellt. 

 
 
Jetzt, nach acht Jahren, steht zwar ein futuristisch anmutendes Gebäude, einem Zirkuszelt ähnlich, auf der Wiese vor dem Haupteingang, doch das ist völlig leer! „Rechtliche Probleme bei der Küchenausschreibung“, so Schulleiter Franz Vogl, hätten dazu geführt, dass die komplette Technik mittlerweile zum dritten Mal ausgeschrieben wurde – eine Mensa-Eröffnung also frühestens zum Beginn des Schuljahres 2012/2013 in Frage kommt. Wie dann aber die Stunden neu verteilt werden sollen, darüber machen sich Schulleitung und Elternbeirat seit vielen Monaten intensiv Gedanken und informierten jetzt die Eltern über die vier zur Auswahl stehenden Modelle.
 
 
„Ungewöhnliche Anliegen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“, so begrüßte Schulleiter Vogl Hunderte Eltern und Schüler in der vollbesetzten OMG-Aula an einem schulfreien Samstag. Letztlich entscheide nämlich das Schulforum alleinverantwortlich, wie die Schulstunden verteilt werden, so lange die Vorgaben von Ministerium und Schulamt eingehalten werden. „Ursprünglich wollten wir nach Ostern die neue Mensa in Betrieb nehmen und damit das Provisorium ‚7-Stunden-Modell‘, das nun doch schon seit acht Jahren gilt, beenden. Nun wird es eine Änderung aber frühestens zum nächsten Schuljahr geben – dadurch haben wir etwas mehr Zeit das neue Stunden-Modell zu erarbeiten.“
 
 
Eltern-Vertreterin Claudia Gaus, die beiden Schüler-Sprecher Tobias Busch und Nico Wilke sowie die Lehrerin Petra Pflästerer fassten die Ausgangslage zusammen: Sieben Stunden am Stück sind zu lang, schon in der sechsten Stunde gibt es große Defizite bei der Aufmerksamkeit. Die Schüler sollten sich langsam an den Nachmittagsunterricht der Oberstufe gewöhnen. Bei 999 Schülern und 120 Sitzplätzen in der Mensa können nicht alle Schüler gleichzeitig dort Mittagspause machen. 
Anschließend stellte Petra Pflästerer die vier zur Auswahl stehenden Stundenmodelle vor, zu denen Schüler wie Eltern dann ihre Meinung kundtun konnten. Diese werden nun noch ausgewertet, um dann einen für alle vertretbaren Weg zu finden. 


Autor: ec

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