13.05.2017 Freising/München

"Nicht Miesmacher sein, sondern Vorboten der Zukunft"

Kardinal Marx: Christen müssen Botschaft der Hoffnung in die Welt tragen

Reinhard Kardinal Marx im Petersdom
Foto: Christian Eckl
Kardinal Reinhard Marx hat die Christen dazu aufgerufen, eine Botschaft der Hoffnung in die Welt zu tragen. Es sei ihr Auftrag, "in dieser Gesellschaft nicht die Miesmacher der Nation zu sein, nicht die resignativen Truppen der Vergangenheit, sondern die Vorboten der Zukunft Gottes", sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 13. Mai, bei einem Festgottesdienst auf dem Münchner Marienplatz.

Alle bayerischen Bischöfe und rund 10.000 Pilger aus ganz Bayern begingen damit den 100. Jahrestag der Einführung des Festtages der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns. An dem Festgottesdienst nahmen auch Ministerpräsident Horst Seehofer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie zahlreiche weitere Spitzenvertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft teil.

 

Christen müssten "Zeugen der Hoffnung, Zeugen der Zuversicht" sein, dafür, "dass die Welt nicht bleiben muss, nicht bleiben kann, wie sie ist", sagte Kardinal Marx. Gott könne "Hoffnungslosigkeit in Hoffnung, Erbärmlichkeit in Herrlichkeit“ verwandeln: „Wir sind Zeugen der Hoffnung für die größeren Möglichkeiten Gottes!“ Wichtig sei das "gerade in unserer Zeit, wo so viel Bedrängnis da ist", betonte der Erzbischof: "Vielleicht müssen wir gerade jetzt neu entdecken, was uns das Leben aufträgt, im 21. Jahrhundert, nach vorne gewandt."

 

Dabei könne die Gottesmutter eine Hilfe sein: "Mit Maria sehen wir, erfahren wir, dass der Kern des christlichen Glaubens nicht zunächst eine Lehre ist, eine Moral, ein Gedankengebäude, sondern vor allem ein Fest, eine Begegnung, eine Verzauberung der Welt, eine Öffnung der Welt", so Kardinal Marx. "Welch ein Glück, welch eine Freude, dass wir Maria haben, dass sie mit uns geht!"

 

Der Gottesdienst wurde mit der Marienweihe an der Mariensäule abgeschlossen, bei der Kardinal Marx die Gottesmutter neu um Schutz und Fürsprache für das Erzbistum München und Freising und ganz Bayern bat. Vor dem Gottesdienst waren die Gläubigen der sieben bayerischen Bistümer in einer Sternprozession von verschiedenen Plätzen der Münchner Innenstadt zum Marienplatz gezogen. Begleitet wurden die Gläubigen von zahlreichen Ministranten, Fahnenabordnungen von Vereinen und Verbänden sowie Musikkapellen. Zusätzlich machte sich eine Gruppe orthodoxer Christen von der Salvatorkirche aus auf den Weg.

 

Bereits ab Freitag, 12. Mai, war für die Gläubigen ein umfangreiches Begleitprogramm geboten: So gab es für die rund 2000 jugendlichen Pilger eine Jugendnacht im Kirchlichen Zentrum in München-Haidhausen und ein großes Pfadfinderlager auf dem Odeonsplatz. Am Richard-Strauss-Brunnen in der Fußgängerzone und am Rindermarkt gestalteten Vereine und Verbände ein Rahmenprogramm. Zahlreiche freiwillige Helfer engagierten sich in der Vorbereitung und Gestaltung des Festtages.

 

Mit dem Festtag unter dem Leitwort "Mit Maria auf dem Weg – Mitten im Leben" fand ein siebenjähriger Glaubens- und Gebetsweg seinen Höhepunkt und Abschluss. Anlass war der 100. Jahrestag der Einführung des Festtages der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns, der 1917 zum ersten Mal in allen bayerischen Bistümern begangen wurde. In den vergangenen sechs Jahren kamen die bayerischen Gläubigen jeweils in einem anderen bayerischen Bistum zusammen, um die Gottesmutter Maria um ihren Schutz und ihre Fürsprache zu bitten. 
 

Autor: pm / uh

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