25.01.2012
Haag a. d. Amper
Von wegen mit Lichtgeschwindigkeit durchs Internet
Haag steht auf der Leitung

Foto: Jell
Nein, Angst vor Geschwindigkeits-Überschreitungen (Bild) braucht man in der Gemeinde Haag seit einigen Monaten nicht zu haben. Zumindest nicht auf der Datenautobahn.
Wer in Haag a. d. Amper wohnt und in den endlosen Weiten des World Wide Web surft, muss seit geraumer Zeit viel Geduld mitbringen. Schon seit September hält das von der Telekom versprochene Glasfasernetz die Gemeinde auf Trab. Jeder Download kostet Nerven. Manch einer fährt dafür sogar zu Verwandten ins nahe gelegene Langenbach, um die Daten dort ruhigen Gewissens runterladen zu können. Dabei schwärmt die Telekom landauf landab von ihrem Glasfasernetz. In ihrem Presseschreiben heißt es: „Man kann in Lichtgeschwindigkeit im Internet surfen. Fotos, Videos und Musik erreichen beim Weg in die Wohnungen ein Tempo von bis zu 200 Megabit pro Sekunde.“
Denkste. „Davon merk’ ich nix“, so ein Haager Firmeninhaber sichtlich bedient. Der Unternehmer hat insgesamt 23 Leute angestellt. „Davon arbeiten aber nur 3 vor Ort und der Rest ist weltweit verteilt. Ich bin also auf eine schnelle und reibungslose Vernetzung angewiesen.“ Genau diese wird den Bürgern und Firmeninhabern seit Monaten versprochen. Bislang ein allzu leeres Versprechen.
Kein Wunder, dass sich die Beschwerden auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Anton Geier häufen. „Ich verstehe voll und ganz, dass die Leute deshalb verärgert sind“, zeigt sich Geier solidarisch. Er gehe der Angelegenheit schon seit Monaten mit Nachdruck nach. Immerhin hat das Projekt die 3.000-Seelen-Gemeinde eine ganze Stange Geld gekostet. Knapp 280.000 Euro muss man gegenüber der Telekom hierfür berappen.
Ein Betrag, der bis dato noch nicht in vollem Umfang geflossen ist. „Die komplette Zahlung gibt’s erst, nachdem die Telekom ihren Teil des Vertrages erfüllt hat“, so Geier. Wieso der Konzern den vertraglichen Vereinbarungen bisher noch nicht nachgekommen ist, ist indes auch für den Bürgermeister ein Rätsel. Ein weiteres Treffen mit Telekom-Verantwortlichen am kommenden Donnerstag soll Klarheit bringen.
Klarheit, die nicht nur der eingangs erwähnte Firmeninhaber einfordert: „Unter diesen Bedingungen kann man nicht arbeiten. Wenn sich da nicht bald was ändert, bin ich mit meinem Unternehmen weg. Und da geht’s nicht nur mir so.“
Autor: mj
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