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18.04.2013 Freising

Wochenblatt-Interview

Die „staade Seit‘n“ der Raith-Schwestern


D‘Raith-Schwestern & da Blaimer bringen am Freitag wunderschöne Lieder und gruselige Sagen nach Freising. Tanja Raith sprach vorab mit dem Wochenblatt über ihr neues Programm, echte Freundschaften und trinkfeste Kollegen.

Eigentlich kennt man sie vor allem von ihrem „kracherten“ Kabarettprogramm: D’Raith-Schwestern & an Blaimer. Am Freitag kommen die drei Oberpfälzer mit einer „multimedialen Hommage an die bayerische Volksmusik“ nach Freising, und da zeigen sie sich dann von einer ganz anderen Seite. Ihr neues Programm ist nach dem Lied „Wissts wou mein Hoamat is“ betitelt und als eine „Reise durch die vier Jahreszeiten“ angelegt. Tanja Raith sprach vorab mit dem Wochenblatt.

Wochenblatt (WB): Sie sind am 19. April im Lindenkeller in Freising. Worauf können die Besucher sich an diesem Abend freuen?
Tanja Raith: Auf ganz wos anders, als ma sonst von uns gwohnt is! Es wird a Art Zeitreise, mia gemma miteinander a paar Hundert Jahr zruck und präsentiern unsre Lieder ganz pur, entschleunigt, bewegend und anrührend. Es san alte, traditionelle Lieder aus dem Bayerischen Woid, de ehrlich, einfach und erdig daherkeman. Mia ham aa bei jedem Auftritt an de Reaktionen unserer Besucher gmerkt, dass die Stücke bei ihnen ganz vui Emotionen hervorgrufen ham.
WB: Das ist eigentlich ein ziemliches Kontrastprogramm zu Ihren bisherigen, oft auch lustigen Auftritten, oder?
Tanja Raith: Genau, es is desmoi koa Kabarettprogramm wie sonst, sondern a Konzert. Deshalb muaß aa koana Angst hom, auf d’Bühne g’holt z‘werd’n – man kann se aiso ruhig ungeniert in de erste Reih setzen, wenn ma mog. Mia red’n aa ned vui zwischen de Lieder, um d’Stimmung ned zu zerstörn. Reden derf desmoi (fast) nur mei Mo. Er liest oide Sagen vor, die – a bisserl wie bei am Hörbuch – mit Geräuschen untermalt san. Außerdem gibt’s während dem Auftritt Fotoprojektionen, aber auf großen Schnickschnack verzicht‘ ma, weil de Lieder des a gar ned nötig ham.
WB: Sollte man am Freitag besser Tracht tragen?
Tanja Raih: Ganz egal. Mia ham bei de bisherigen Auftritte festg’stellt, dass aa Leute keman, de mit Volksmusik bislang gar nix am Hut g‘habt ham. Es is aa koa klassischer „Heimatabend“, wobei‘s aber scho a Liebeserklärung an unsere Hoamat is: an die Sprache, die Gegend, die Menschen und unsere Familie.
WB: Sie haben ja schon mit vielen bekannten Künstlern zusammengearbeitet. Mit wem hat‘s am meisten Spaß gemacht?
Tanja Raith: Natürlich schwierig zu sag’n, es gibt vui tolle Künstler und große Vorbilder. Spontan fällt mir der Buchner Jürgen (Hans-Jürgen Buchner, Kopf der Gruppe Haindling, Anm. d. Red.) ein, denn von ihm ham mia de meiste Inspiration griagt. Er tickt irgendwie so wie mia, is heimatverbunden und bodenständig, die Chemie zwischen uns hod hoid einfach sofort basst. Aa bei Ringsgwandl is des so, er is trotz aller Bodenständigkeit genauso narrisch wia mia. Es is einfach schee, dass ma so vui persönlichen Kontakt zu andre Künstler hod und aa echte Freundschaften dadurch entstehn.
WB: Sie waren ja auch schon bei Ina Müller zu Inas Nacht zu Gast. Ist das eigentlich „richtiges“ Bier, das bei ihr ausgeschenkt wird, oder in Wirklichkeit vielleicht doch alkoholfreies?
Tanja Raith: Tatsächlich echts Bier! Ina Müller is zwar a richtiger Vollprofi vor der Kamera, aber gleichzeitig sehr lustig und authentisch, da is nix Gekünsteltes – sie is wirklich so trinkfest!
WB: Kleiner Ausblick auf die Zukunft: Was steht da alles so an?
Tanja Raith: Momentan samma no mit da neia Doppel-CD „Wissts wou mei Hoamat is“ beschäftigt, de wird Ende Mai fertig. Und außerdem arbeit ma etz scho am neia Kabarettprogramm 2014 – dann wird‘s nämlich wieder lustig mit „I mog‘s gern bunt“. D‘Arbeit geht also ned aus!
 
Am Freitag, 19. April, sind D‘Raith-Schwestern und da Blaimer mit ihrem neuen Programm „Wissts wou mei Hoamat is“ im Lindenkeller. Zu hören gibt es wunderschöne bayerische Weisen, aus deren Getragenheit und anrührenden Melodien und Texten die Melancholie  eines Menschenschlages spricht, der sein Leben zum großen Teil in Armut in der kargen, kalten, aber zauberhaften und magischen Landschaft in der Gegend  des Bayerischen Waldes verbrachte. Dazwischen liest Andi Blaimer sehr humorige, bisweilen makabere alte Oberpfälzer Sagen, die stimmungsvoll mit Geräuschen und Musik ausgeschmückt werden. Mit  Steyrischer und Gitarre von den Raith-Schwestern bilden Robert Bischoff an Kontrabass und Tuba und der Multiinstrumentalist Andi Blaimer an Gitarre, Mundharmonika, Maultrommel, Okarina, Glissandopfeiffe usw. das musikalische Fundament. Dazu gibt es Projektionen der Naturfotografien von Tanja Raith, die in Lichtstimmungen eingetaucht werden. Beginn ist um 20 Uhr, Abendkasse und Einlass ab 19 Uhr. VVK unter münchenticket.de oder unter Telefon (08161) 5444333.
Autor: st

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