23.03.2011 Freising
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Ein vermeintlich nobler Geschäftsmann, aber in Wirklichkeit nur ein astreiner Hochstapler

Die Luftschlösser des Gregor O.

Der Verurteilte baute Luftschlösser...
Seinen 40. Geburtstag feierte er noch in einem Schloss in Braunschweig. Sogar mit einer Prinzessin unter den Gästen. Die nächsten Jahre werden für den 45-jährigen Gregor O., der 2008 in Freising eine Digitaldruckerei aufbauen wollte, spartanischer: Die verbringt er nämlich in einer Gefängniszelle.

Das Strafregister von Gregor O. hat mittlerweile eine beachtliche Länge.  In erster Linie wegen Betrugs, dazu kommen dann noch eine Steuerhinterziehung und eine falsche eidesstattliche Versicherung. Zuletzt wurde er vor wenigen Wochen in einer Berufungsverhandlung beim Münchner Landgericht wegen Betrugs zu sechs Monaten verurteilt, die Strafe aber zur Bewährung ausgesetzt.

 

Nichtsdestotrotz ließ er sich 2006 im Schloss Richmond in Braunschweig als „Münchner Geschäftsmann” anlässlich seines 40. Geburtstags von geladener Prominenz wie beispielsweise Prinzessin Beatrice von Thurn und Taxis oder Schauspieler Heinz Hoenig im Kreis von 65 geladenen Gästen feiern. Ein Kulturmagazin schwärmte später nicht nur vom „leckeren Büffet”, sondern auch vom Feuerwerk, „das ganz Braunschweig erhellte” und von der Nachfeier im VIP-Bereich eines Nobel-Clubs.

 

Manchmal hatte der 45-Jährige offenbar auch versucht, sich mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 2007 verlegte er den Sitz seiner Firma, die allerdings auf den Namen seiner Lebensgefährtin lief, von Übersee am Chiemsee nach Attaching. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, wollte er sich auf Digitaldruck spezialisieren und kaufte deshalb Im Januar 2008 bei einem Lieferanten in Friedberg eine teuere Maschine. Nachdem er eigene veraltete und reparaturbedürftige Maschine in Zahlung gegeben hatten, blieben noch 27.000 Euro beim Lieferanten offen. Auch die vereinbarten monatlichen Ratenzahlungen blieben aus.

 Und dann folgte im Juli 2008 der ultimative „Handstreich” eines Gläubigers, dem aus Niederbayern stammenden und jetzt in der Schweiz lebenden IT-Unternehmers Martin G.: Bei ihm stand - so der 25-Jährige vor Gericht - Gregor O. mit einer hohen sechsstelligen Summe in der Kreide und hatte einen Titel für eine Forderung von 28.000 Euro in Händen. Mit diesem Geld, so vermutete der Gläubiger, sei die Geburtstagsfeier in Braunschweig finanziert worden.

 

Der Niederbayer setzte Detektive auf den für ihn zwischenzeitlich untergetauchten Drucker an, die ihn tatsächlich „lokalisierten” und dann bei einem Treffen in einem Münchner Nobelhotel zu einem Trick griffen: Sie bekundeten ihr Interesse an einer Beteiligung für sein marodes Freisinger Geschäft und stellten ihm 200.000 Euro in Aussicht. Bei einem weiteren Treffen, bei dem vermeintlich die Beteiligungsdetails geklärt werden sollten, tauchte dann allerdings Gläubiger Martin G. auf und ließ sich schriftlich das gesamte Inventar der Attachinger Druckerei übereignen. Und das ließ er dann am 13. Juli auch abtransportieren.

 

„Da hat mir Gregor O. noch versichert, dass sämtliches Inventar sein Eigentum sei”, so der 25-Jährige. Davon, dass für den teueren Digitaldrucker die Lieferfirma einen Eigentumsvorbehalt geltend gemacht habe, sei keine Rede gewesen. Außerdem, so der Gläubiger, habe ihm der Drucker erzählt, 500.000 Euro angelegt zu haben, an die er gerade nicht „rankomme”.

 

Mit den 16 Monaten dürfte es für den 45-Jährigen nicht getan sein. Ihn erwartet noch der Widerruf einer offenen Bewährungsstrafe von einem Jahr, die er sich 2005 wegen Betrugs eingehandelt hatte. Damals hatte er sich bei einem Grünwalder Promi-Zahnarzt für 15 000 Euro sein Gebiss „sanieren" lassen und wegen einer angeblichen Zahnarzt-Phobie auch noch die Dienste von Anästhesisten für rund 3.000 Euro in Anspruch genommen.



Autor: Walter Schöttl

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