02.09.2011 Freising
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Ortschef Erich Irlstorfer über die acht abtrünnigen Stadträte

Nach dem CSU-Erdbeben: "Das ist Wortbruch, unehrenhaft und verlogen!"

Erich Irlstorfer
Es ist ein politisches Erdbeben, das Freising seit Mittwochabend erschüttert. Acht Stadträte haben die CSU-Fraktion stante pede verlassen. Die drei noch übrigen Fraktionsmitglieder Erich Irlstorfer, OB-Kandidat Rudolf Schwaiger und Hubert Hierl holen jetzt zum Gegenschlag aus.

Eigentlich sollte der erste Volksfesttag in der Domstadt eine Art Feiertag werden. Triumphal wollte sich auch die CSU dort präsentieren. Doch die Feierlaune bei CSU-Ortschef Erich Irlstorfer ist merklich getrübt. Zu tief sitzt der Stachel der Enttäuschung auch am Freitag noch: "Offiziell habe ich von Tobias Eschenbacher bis heute noch keinen Anruf erhalten, in dem er mir die Gründe erläutert hat. Ich bin menschlich absolut enttäuscht von ihm und seinen sieben Mitstreitern, dass ich nach all den Jahren der guten Zusammenarbeit nicht mal mehr einen Telefonanruf wert bin."

 

Auch zwei Tage nach dem drastischen Ausstieg des Oktetts versteht Irlstorfer die Welt nicht mehr: "Der parteiinterne Nominierungsprozess zog sich über ein Jahr hinweg. Das Klima war sehr gut. Die Vorgehensweise und vor allem die thematische Ausrichtung beim OB-Wahlkampf waren detailliert geklärt. Beide Kandidaten, sowohl Rudolf Schwaiger als auch Tobias Eschenbacher waren voll darin eingebunden und wussten wohin die Reise geht. Beide versicherten im Vorfeld, den jeweils anderen im Wahlkampf zu unterstützen." Von einem parteiinternen Fehlverhalten keine Spur, so Irlstorfer, der "alles noch mal genauso machen würde".

 

Für Irlstorfer ist die drastische Maßnahme von Eschenbacher und dessen Gefolgschaft deshalb nur eine Retourkutsche. Es sei schlechter Stil und antidemokratisch. "Dass Tobias Eschenbacher nach der Nicht-Nominierung zum OB-Kandidaten enttäuscht war, ist verständlich. Allerdings hätte er sich dann im Sinne der Partei dem größeren Ziel unterordnen müssen, so wie er das versichert hat. Dies ist nicht geschehen", so Irlstorfer zum Wochenblatt. 

 

Dies sei nicht nur Wortbruch, sondern die ganze Art und Weise, wie man diesen endgültigen Schritt vollzogen habe, sei "unehrenhaft und verlogen". "Da werden unter anderem die Meinungsverschiedenheiten in Sachen dritte Startbahn als Grund aufgeführt. Dabei waren wir Fraktionsmitglieder auch in diesem Punkt stets einer Meinung und waren aktive Gegner der Startbahn."

 

Für Irlstorfer seien dies fadenscheinige Gründe, die nur das verbergen sollen, was durch den Austritt eigentlich bezweckt wird. "Unserer Meinung nach hatte diese Maßnahme einzig die Gründe, dass Tobias Eschenbacher die Abspaltung von der Partei forcieren wollte, um selbst als OB kandidieren zu können. Darüber hinaus wollte man bewusst die Ausgangslage für Rudolf Schwaiger erschweren." Dass dies nun auch der Fall sei, darüber sei man sich im lichten Lager der CSU-Fraktion "durchaus bewusst". Getreu dem Motto "Einer für alle, alle für einen" werden die drei verbliebenen Musketiere treu zusammenhalten. Jetzt vielleicht sogar mehr denn je. Wie man künftig mit den CSU-Abtrünnigen zusammenarbeiten werde, wird die Zukunft zeigen. Eins ist für Erich Irlstorfer jedenfalls klar: "Das Vertrauen ist komplett bei Null!"



Autor: mj

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Kommentare
Kommentare ansehen 02.09.2011 12:07 | von: unbekannt
Typisch
Das ist Wortbruch, unehrenhaft und verlogen!" Typisch CSU eben. pfeilAntworten
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