25.01.2012 Fahrenzhausen
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Nimmt der TV-Koch diese Herausforderung an?

Christian Rach, bitte melden!

Wirtsleute mit Leib und Seele: Florian und Izabella Spiegelberger
Foto: Jell
Restaurant-Tester und Sternekoch Christian Rach scheint bei Freisings Wirten hoch im Kurs zu stehen. Erst Ende 2010 peppte der TV-Koch das „La petite france“ in der Domstadt auf. Jetzt suchen Izabella und Florian Spiegelberger vom Alten Wirt in Fahrenzhausen seine Hilfe.

 

Und die scheint bitter nötig. 2009 übernahm das junge Ehepaar die urige Wirtschaft im alten Ortskern. Seither haben sich satte 250.000 Euro Schulden angehäuft. Da ist guter Rat teuer. Also wendeten sie sich im vergangenen Jahr an Tanguy Doron, Inhaber des „La petite france“. Der schwärmt noch heute von Rachs Fähigkeiten: „Die Situation in meinem Lokal hat sich deutlich verbessert. Es war für mich überlebenswichtig, dass Christian gekommen ist und das Konzept überarbeitet hat.“ 
 
 
Ähnlich kompromissbereit zeigen sich auch die Spiegelbergers. „Solange er aus unserer Wirtschaft kein Steakhouse machen möchte, sind wir zu fast allem bereit“, sagt die 29-jährige Izabella Spiegelberger. Zwar seien sie und ihr Mann als Restaurantfachfrau, bzw. Hotelfachmann durchaus vom Fach, aber ein Christian Rach, der so viele Lokale zum Laufen gebracht hat, sei eben doch noch mal „eine ganz andere Hausnummer“. Indes, der TV-Koch hat die Gebete der Spiegelbergers noch nicht erhört.
 
 
Ob es daran liegt, weil er ahnt, was für eine harte Aufgabe da auf ihn zukommen würde? Denn die Schindluder anderer schwarzer Schafe beim „Restaurant-Tester“ sucht man im Alten Wirt vergebens: Die Küche ist blitzeblank sauber, die Wirtschaft neu und urig eingerichtet, das Fleisch stets frisch vom Metzger und mittlerweile hat man sogar die Bio-Zertifizierung erhalten. 
Doch die Gäste bleiben aus. „Das ist oft schon ganz schön frustrierend, wenn man bis Abends um 22 Uhr alleine in der Wirtschaft sitzt“, so Florian Spiegelberger, der selbst den lieben langen Tag in der Küche steht. Wieso es nicht so läuft wie gewünscht, darüber können die Spiegelbergers jedoch nur spekulieren: „Was wir gehört haben, haben sich hier eine Zeit lang die Pächter reihenweise die Klinke in die Hand gegeben. Womöglich ist das noch so negativ in den Köpfen der Leute verankert?“ 
 
 
Vielleicht macht die ungünstige Lage den Spiegelbergers aber auch einen Strich durch die Rechnung. Denn der Alte Wirt liegt nicht nur relativ versteckt am äußersten Ortsrand. Auch auf der viel befahrenen B13 findet man nur ein kleines Hinweisschild an einer Hecke, das auf das Gasthaus hindeutet. Doch ehe man sich versieht, ist man daran auch schon vorbeigefahren.
Trotzdem war das junge Ehepaar von Anfang an von der Lage überzeugt, und entschied sich gegen einen Standort in der Stadt, der wohl mehr Laufkundschaft versprochen hätte. „Das Besondere an unserem Wirtshaus ist ja gerade, dass man hier einfach mal vom Alltagsstress abschalten kann. Hier nimmt man sich Zeit und verbringt ein paar gemütliche Stunden“, verdeutlicht Izabelle Spiegelberger, dass sie und ihr Mann nach wie vor nicht gewillt sind, ihren Lebenstraum von der eigenen Wirtschaft einfach so ad acta zu legen.
 
 
„So lange die Familie weiterhin wie eine Wand hinter uns steht, werden wir nicht aufgeben. Hier steckt so viel Herzblut drin. Wir sind Wirtsleute mit Leib und Seele. Allein schon vom ideelen Wert her können wir nicht so schnell aufgeben“, so die 29-jährige Gastwirtin. Bestärkt werden sie in ihrem unbändigen Glauben unter anderem auch von Tanguy Doron: „Ich wünsche dem Ehepaar Spiegelberger, dass sie Erfolg haben, denn jeder, der was kann, hat sich das über kurz oder lang verdient. Und das ist hier zweifelsfrei der Fall.“ Bei so viel Unterstützung fehlt doch eigentlich nur noch einer: Christian Rach, bitte melden!


Autor: mj

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